Start › Wie viel solltest du ausgeben
Wie viel sollte ich für Gesundheitskosten einplanen?
Auch mit Krankenversicherung bleibt ein Eigenanteil, und der kommt unregelmäßig. Plane den vorhersehbaren Teil monatlich und halte den Rest als Rücklage. Zum vorhersehbaren Teil gehören laufende Rezepte, Zuzahlungen, Physiotherapie und regelmäßige Kontrollen. Zur Rücklage gehören Zahnersatz mit Eigenanteil, eine neue Brille oder Kontaktlinsen, Zahnreinigung und Leistungen, die du selbst zahlst. Wer privat versichert ist, hat zusätzlich ein Zeitproblem: Rechnungen werden zuerst von dir bezahlt und später erstattet. Diese Seite ist reine Budgethilfe und keine medizinische oder versicherungsbezogene Beratung.
Was diese Seite ist und was nicht
Wir sagen dir hier nicht, wie du dich versichern sollst, welcher Tarif zu dir passt, welche Behandlung sinnvoll ist oder welche Zusatzversicherung sich lohnt. Das sind Entscheidungen für dich und deine Ärztin, deine Krankenkasse oder eine unabhängige Beratung. Wir nennen auch keine Beträge für Zuzahlungen oder Eigenanteile, denn das sind gesetzlich beziehungsweise vertraglich geregelte Größen, und eine falsch wiedergegebene Zahl in einem Budget richtet mehr Schaden an als gar keine. Was diese Seite leistet, ist ausschließlich die Buchhaltung: Wie du die Beträge, die dir ohnehin genannt werden, so in Umschläge legst, dass sie dich nicht überraschen.
Die drei Zahlen aus deinen eigenen Unterlagen
Hol dir drei Angaben, dann kannst du planen. Erstens deine laufenden Kosten: Was hast du in den letzten zwölf Monaten für Rezepte, Zuzahlungen, Physiotherapie oder Hilfsmittel tatsächlich bezahlt. Das steht auf deinen Quittungen und, falls du sie sammelst, auf deiner Zuzahlungsübersicht. Zweitens die absehbaren größeren Posten der nächsten zwölf Monate: Zahnersatz, Brille, Kontaktlinsen, professionelle Zahnreinigung, geplante Eingriffe. Deine Praxis nennt dir dafür auf Nachfrage einen Kostenplan, bei Zahnersatz ist ein Heil- und Kostenplan der übliche Weg. Drittens, falls du privat versichert bist, die Selbstbeteiligung aus deiner Police. Mehr Zahlen brauchst du für diesen Umschlag nicht.
Den planbaren Teil monatlich, den unplanbaren als Rücklage
Teile deine Jahressumme aus den laufenden Kosten durch zwölf und fülle diesen Betrag in einen Umschlag Gesundheit. Alles, was in Sprüngen kommt, gehört daneben in eine Rücklage: Zahnersatz, Brille, Zahnreinigung, geplante Behandlungen. Die Rücklage bekommt einen Zielbetrag aus dem Kostenplan, den dir deine Praxis gegeben hat, und ein Datum. Damit hast du die beiden Rhythmen getrennt, und das ist der ganze Trick bei diesem Posten. Kommt eine große Rechnung, ist die Frage, wie voll die Rücklage ist, und nicht, welcher andere Umschlag geplündert wird. Bleibt am Jahresende etwas übrig, lass es liegen, dieser Bereich hat immer ein nächstes Jahr.
Wenn du privat versichert bist, ist die Reihenfolge das Problem
In der privaten Krankenversicherung bekommst du die Rechnung, bezahlst sie und reichst sie zur Erstattung ein. Das ist keine Kostenfrage, sondern eine Liquiditätsfrage, und sie ist der häufigste Grund, warum ein an sich funktionierendes Budget in einem Monat mit einer größeren Behandlung kippt. Plane deshalb einen Vorschussbetrag in der Rücklage ein, der groß genug ist, eine typische Rechnung zu tragen, bis die Erstattung da ist. Trag die Rechnung als Ausgabe ein und die Erstattung als Eingang, wenn sie kommt, damit dein Umschlag nie zu optimistisch aussieht. Wie viel deine Versicherung erstattet und was deine Selbstbeteiligung ist, steht in deinem Vertrag.
Die Diagnose, wenn Gesundheitskosten das Budget brechen
Achte auf zwei Muster. Erstens: Termine werden verschoben, weil gerade kein Geld da ist. Das ist teuer, weil aufgeschobene Zahnbehandlungen und ausgelassene Kontrollen später größere Rechnungen erzeugen. Zweitens: Jede Rechnung landet auf der Kreditkarte oder im Dispo, obwohl die Beträge einzeln nicht groß sind. Beides zeigt dasselbe an, nämlich eine fehlende Rücklage und nicht zu hohe Kosten. Wenn deine Zuzahlungen im Jahr eine erhebliche Belastung darstellen, gibt es dafür im deutschen System Regelungen. Frag danach bei deiner Krankenkasse, sie ist die zuständige und verbindliche Auskunft. Wir geben hier bewusst keine Bedingungen und keine Grenzen wieder.
Die Umschläge, die du heute anlegst
Ein Umschlag Gesundheit für die laufenden Kosten, gefüllt mit einem Zwölftel deiner Vorjahressumme, und eine Rücklage Gesundheit für die großen, dateierbaren Posten mit Zielbetrag aus deinem Kostenplan. Sammle Quittungen an einer Stelle, denn du brauchst sie sowohl für die Nachweise deiner Krankenkasse als auch für die Planung des nächsten Jahres. In Envelope Budget trägst du die Ausgaben von Hand ein, was hier ein Vorteil ist, weil eine Zuzahlung in der Apotheke sonst als gewöhnlicher Einkauf durchgeht. Am Jahresende hast du zum ersten Mal eine belastbare Zahl für den nächsten Umschlag.
Häufige Fragen
Soll ich große Behandlungen monatlich ansparen oder als Summe zurücklegen?
Monatlich ansparen, mit Zieldatum. Zahnersatz, Brille oder eine geplante Behandlung haben in aller Regel einen Vorlauf, in dem du einen Kostenplan bekommst und noch nicht zahlen musst. Genau dieser Vorlauf ist deine Ansparzeit. Nimm den Betrag aus dem Plan, teile ihn durch die Monate bis zum Termin und fülle die Rücklage. Wenn die Zeit nicht reicht, ist das eine wichtige Information vor dem Termin, nicht danach, und du kannst mit der Praxis über Zeitpunkt oder Zahlungsweise sprechen.
Gehören Zahnarzt und Brille in denselben Umschlag wie Medikamente?
Führe sie getrennt, in derselben Rücklage, aber als eigene Positionen. Medikamente und Zuzahlungen sind laufende kleine Beträge, Zahnersatz und Brille sind große Einzelposten mit Termin. Wenn du sie mischst, fällt nicht auf, dass die Brille dieses Jahr fällig ist, weil der Umschlag optisch gefüllt wirkt. Zwei Positionen, ein Blick, keine Überraschung. Bei Familien lohnt sich zusätzlich eine Aufteilung pro Person, weil Kinderbrillen und Zahnspangen ihren eigenen Zeitplan haben.
Wie plane ich einen geplanten Eingriff?
Wie ein Projekt mit drei Zahlen: der Eigenanteil laut Kostenplan, die Nebenkosten und der Einkommensausfall. Nebenkosten sind Fahrten, Parken, Zuzahlungen, Hilfsmittel, Nachsorge und gegebenenfalls Betreuung für Kinder. Der dritte Punkt wird am häufigsten vergessen: Wenn du länger ausfällst, kann sich dein Einkommen verändern, und wie es sich verändert, sagen dir dein Arbeitgeber und deine Krankenkasse, nicht diese Seite. Trag die Summe als Rücklage mit Datum ein und plane den Monat nach dem Eingriff bewusst schmaler.
Führ dieses Budget auf deinem Handy
Envelope Budget steckt diese Umschläge in deine Hosentasche. Verteile jeden Betrag, trag Ausgaben ein, sobald sie passieren, und sieh, was wirklich übrig ist.
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