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StartWie viel solltest du ausgeben

Was Nebenkosten in einer Ein-Zimmer-Wohnung kosten

Wir nennen hier bewusst keinen Durchschnittsbetrag, denn die Zahl hängt an Heizart, Baujahr, Lage der Wohnung im Haus und daran, was dein Mietvertrag überhaupt umlegt. Ein Durchschnitt aus all dem beschreibt keine echte Wohnung. Der Weg zu deiner Zahl ist kurz: Schreib auf, was in der Warmmiete schon enthalten ist und was du separat bezahlst, nimm die Beträge aus Mietvertrag und Stromvertrag, und plane den Abschlag mal zwölf plus eine Rücklage für die Jahresabrechnung.

Finde zuerst heraus, was du überhaupt bezahlst

Vergleiche zwischen zwei kleinen Wohnungen scheitern fast immer daran, dass die Mieter nicht dasselbe kaufen. In dem einen Vertrag stecken Heizung, Warmwasser, Wasser, Müll, Hausreinigung und Treppenhausstrom in der Nebenkostenvorauszahlung, in dem anderen heizt die Wohnung mit einer eigenen Gastherme, die separat abgerechnet wird. Strom ist praktisch immer ein eigener Vertrag und in keiner Warmmiete enthalten. Bevor du also entscheidest, ob deine Kosten hoch sind, schreib jede Position deines Mietvertrags in eine Liste und markiere sie mit in der Warmmiete enthalten oder zahle ich selbst. Danach ist der Vergleich mit anderen meistens langweilig geworden, weil klar wird, dass ihr nicht dasselbe zahlt.

Was die Zahl in dieser Größe wirklich treibt

In einer kleinen Wohnung entscheiden wenige Faktoren fast alles. Erstens die Heizart und wie Warmwasser erzeugt wird: Ein elektrischer Durchlauferhitzer über dem Waschbecken macht aus jedem langen Duschen Strom, eine zentrale Warmwasserversorgung nicht. Zweitens die Lage im Haus: eine Wohnung zwischen zwei beheizten Nachbarwohnungen verliert deutlich weniger als eine Dachgeschoss- oder Eckwohnung. Drittens Baujahr und Dämmung, viertens ob du tagsüber zu Hause bist. Auffällig ist, was hier nicht steht: Sparsamkeit im Alltag. Verhalten bewegt die Zahl, aber das Gebäude bewegt sie stärker. Deshalb ist die wichtigste Nebenkostenentscheidung meistens die Wohnungsbesichtigung und nicht der Umgang mit dem Thermostat.

Warum du aufhören solltest, den Durchschnitt zu suchen

Ein veröffentlichter Durchschnitt mischt Neubau mit unsaniertem Altbau, Fernwärme mit Nachtspeicherheizung und Verträge, die viel umlegen, mit Verträgen, die wenig umlegen. Was dabei herauskommt, beschreibt keine Wohnung, die es gibt. Schlimmer noch, er verleitet in beide Richtungen zum falschen Schluss: Menschen in schlecht gedämmten Wohnungen halten sich für verschwenderisch, und Menschen in günstigen Gebäuden glauben, sie hätten Luft, die sie nicht haben. Wenn du eine Vergleichszahl brauchst, nimm die einzige, die dich wirklich betrifft: deine eigene letzte Jahresabrechnung, oder bei einer neuen Wohnung die Angaben, die dir Vermieterseite und Versorger für genau diese Adresse geben.

Das eigentliche Problem ist der Brief, nicht der Monat

Weil du zwölf gleich hohe Abschläge zahlst, ist dein Monat stabil, und genau das wiegt in Sicherheit. Das Risiko sitzt an einer einzigen Stelle im Jahr: der Nebenkostenabrechnung und der Stromjahresabrechnung. Beide können eine Nachzahlung fordern, und beide kommen ohne Rücksicht darauf, was sonst gerade ansteht. Wer nur den Abschlag budgetiert, hat für elf Monate ein perfektes Budget und für einen Monat gar keines. Deshalb ist die Frage nach dem Durchschnitt hier ohnehin die zweitwichtigste. Die wichtigste lautet: Wie groß darf die Nachzahlung sein, ohne dass sie deinen Monat kippt, und wie viel liegt dafür schon zur Seite.

Der Umschlag: Abschlag mal zwölf plus Rücklage

Fülle einen Umschlag Strom & Nebenkosten in Höhe deines Stromabschlags und lass die Nebenkostenvorauszahlung dort, wo sie hingehört, nämlich in der Warmmiete im Wohn-Umschlag. Dann leg eine Rücklage mit dem Namen Nebenkostennachzahlung an und fülle sie jeden Monat, auch wenn du den Zielbetrag noch nicht kennst. Kommt die Abrechnung mit einem Guthaben, bleibt das Geld in der Rücklage und du hast einen Vorsprung fürs nächste Jahr. In Envelope Budget trägst du beide Abbuchungen von Hand ein, was hier ein Vorteil ist: Der Abschlag ist immer gleich, die Rücklage wächst sichtbar, und niemand braucht dafür Zugriff auf dein Konto.

Häufige Fragen

Was steht typischerweise auf einer Nebenkostenabrechnung?

Üblich sind Heizung und Warmwasser, Kalt- und Abwasser, Müllabfuhr, Straßenreinigung, Hausreinigung und Winterdienst, Gartenpflege, Hausmeister, Treppenhausstrom, Aufzug, Gebäudeversicherung, Schornsteinfeger und die umgelegte Grundsteuer. Welche Positionen bei dir tatsächlich abgerechnet werden dürfen, ergibt sich aus deinem Mietvertrag, nicht aus dieser Liste. Wichtig fürs Budget ist die Struktur: Fast alle diese Posten sind Gebäudekosten und lassen sich durch dein Verhalten kaum beeinflussen. Beeinflussbar sind im Wesentlichen Heizung, Warmwasser und dein separater Stromverbrauch.

Wie schätze ich die Kosten, bevor ich einziehe?

Stell zwei Fragen und mach eine Rechnung. Frag die Vermieterseite schriftlich, wie hoch die Nebenkostenvorauszahlung ist und womit die Wohnung heizt und Warmwasser bereitet. Frag, ob die letzte Abrechnung für diese Wohnung eine Nachzahlung ergeben hat. Dann rechne die Vorauszahlung mal zwölf, addiere einen geschätzten Stromabschlag für die Wohnungsgröße und plane von Anfang an eine Rücklage ein. Und lies am Einzugstag alle Zähler ab und fotografiere sie, denn eine unklare Anfangsablesung ist der häufigste Grund für eine Abrechnung, die niemand nachvollziehen kann.

Meine Stromabrechnung fordert plötzlich eine hohe Nachzahlung. Woran liegt das?

Häufigste Ursachen sind ein Abschlag, der von Anfang an zu niedrig angesetzt war, ein Tarifwechsel oder eine Preisanpassung innerhalb des Abrechnungszeitraums, oder eine geschätzte statt abgelesene Zählerablesung, die später korrigiert wurde. Prüfe zuerst, ob der auf der Abrechnung genannte Anfangs- und Endzählerstand zu deinen eigenen Fotos passt, und ob der Zeitraum wirklich zwölf Monate umfasst. Erst danach lohnt es sich, über Verbrauch zu reden. Fürs Budget gilt unabhängig von der Ursache dasselbe: Nachzahlung durch zwölf teilen und ab sofort in die Rücklage füllen.

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