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Wie viel sollte ich für die Miete ausgeben?
Die übliche Antwort lautet 30 Prozent, aber die Regel bricht an zwei Stellen: 30 Prozent wovon, und welche Miete ist gemeint? Rechne mit dem Netto und mit der Warmmiete, denn Nebenkosten und Strom gehören zum Wohnen dazu. Als Planungsband, nicht als Messwert: Warmmiete plus Strom unter etwa 35 Prozent vom Netto. Ab etwa 45 Prozent zeigt sich die Enge nicht bei der Miete, sondern bei Lebensmitteln, Werkstatt und Rücklagen. Vermieter rechnen anders als du: Bei der Bewerbung um eine Wohnung ist die verbreitete Faustregel, dass das Nettoeinkommen etwa dem Dreifachen der Kaltmiete entspricht.
Kalt, warm, und was die 30 Prozent eigentlich meinen
Kaltmiete ist die reine Miete für die Wohnung. Warmmiete ist Kaltmiete plus die Vorauszahlung auf die Betriebskosten, also Heizung, Wasser, Müll, Hausmeister und was sonst auf der Abrechnung steht. Strom läuft in fast allen Fällen über einen eigenen Vertrag und ist in keiner der beiden Zahlen enthalten. Wenn jemand sagt, Miete solle 30 Prozent nicht überschreiten, meint er meistens die Kaltmiete, und genau deshalb fühlt sich die Regel im echten Leben zu eng an: Die Wohnung kostet dich mehr, als in deinem Mietvertrag als Kaltmiete steht. Rechne den Test mit der Warmmiete plus Strom, gegen das, was tatsächlich auf dem Konto landet. Das ist eine unbequemere Zahl und die einzige, die zu deinem Kontostand passt.
Was Vermieter rechnen, und warum das nicht dein Budget ist
Bei der Wohnungsbewerbung gilt weithin die Konvention, dass dein Nettoeinkommen etwa dem Dreifachen der Kaltmiete entsprechen soll. Das ist keine Rechtsvorschrift und keine Erkenntnis über Haushalte, sondern ein Auswahlkriterium: Es sortiert Bewerbungen und schützt die Vermieterseite. Umgerechnet landet es ungefähr bei einem Drittel des Nettos für die Kaltmiete, also deutlich über dem, was danach noch für Nebenkosten und Strom kommt. Deshalb kann eine Wohnung, für die du problemlos zugelassen wirst, dein Budget trotzdem sprengen. Nimm die Konvention als das, was sie ist: die Hürde, die du für die Zusage nehmen musst. Ob du dir die Wohnung leisten kannst, entscheidet die Rechnung im nächsten Abschnitt, nicht die Zusage.
Dieselbe Wohnung bei drei Einkommen
Verhältnisse begreift man leichter mit Zahlen daran, also lass die Wohnung stehen und bewege das Einkommen. Eine Warmmiete von 1100 sind bei 2100 netto rund 52 Prozent, bei 3200 netto rund 34 Prozent und bei 4500 netto rund 24 Prozent. An der Wohnung hat sich nichts geändert. Geändert hat sich, was dahinter stehen bleibt, und dieser Rest ist das ganze Spiel. Im ersten Fall müssen die verbleibenden 1000 Lebensmittel, Mobilität, Versicherungen, Handy und jede unregelmäßige Ausgabe tragen, und das hält nicht lange. Im dritten Fall ist dieselbe Wohnung fast unsichtbar. Genau deshalb kann eine Prozentregel kein Urteil sein: Der Boden unter Essen und Mobilität bewegt sich kaum, egal wie hoch das Einkommen ist.
Die Diagnose: wo eine zu teure Wohnung auftaucht
Eine zu teure Wohnung meldet sich nie als Mietproblem, denn die Miete wird immer bezahlt, meistens per Dauerauftrag am Monatsanfang. Sie taucht zwei Umschläge weiter auf. Achte auf einen Lebensmittel-Umschlag, der jeden Monat in Woche drei leer ist, auf eine Autoreparatur, die auf der Kreditkarte landet, auf den Zahnarzttermin, den du seit Monaten schiebst, und auf ein Sparziel, das seit dem Einzug auf demselben Stand steht. Wenn Warmmiete plus Strom bei dir über etwa 45 Prozent vom Netto liegen, rechne mit allen vieren. Die ehrliche Lesart ist nicht, dass du zu viel für Essen ausgibst, sondern dass die Wohnung das Geld schon genommen hat. Diese Unterscheidung verhindert, dass du am falschen Umschlag sparst.
Der Umschlag, den du diese Woche änderst
Fülle das Wohnen zuerst, direkt wenn das Gehalt kommt, und teile es so auf, dass du die echte Zahl siehst. Ein Umschlag Miete / Wohnen für die Warmmiete, ein Umschlag Strom & Nebenkosten für den Stromabschlag, und eine Rücklage für die Nebenkostennachzahlung, die einmal im Jahr kommt. Dann addiere alles und teile durch dein Netto. Dieser eine Prozentsatz ist deine tatsächliche Antwort, und anders als die 30-Prozent-Regel gehört er dir. In Envelope Budget trägst du jede Ausgabe von Hand ein, und der Umschlag zeigt dir den Rest auf dem Homescreen-Widget, ohne dass die App an dein Konto muss. Ist die Zahl zu hoch, liegt die Lösung beim nächsten Umzug oder bei einem Mitbewohner, nicht bei mehr Disziplin heute Abend.
Häufige Fragen
Gilt die 30-Prozent-Regel für Kaltmiete oder Warmmiete?
Wer die Regel zitiert, meint fast immer die Kaltmiete, und genau darin liegt die Falle. Die Nebenkostenvorauszahlung und der Stromabschlag kommen obendrauf, und beide sind Wohnkosten, auch wenn sie an andere Empfänger gehen. Wenn du die Regel als persönlichen Test verwenden willst, rechne mit der Warmmiete plus Strom gegen dein Netto und nimm als Planungsband eher 35 Prozent. Was du nie tun solltest: eine Kaltmiete-Regel gegen eine Warmmiete-Zahl halten und daraus schließen, dass alles im Rahmen ist.
Was, wenn 30 Prozent in meiner Stadt unmöglich sind?
Dann sind sie unmöglich, und so zu tun als ob macht nur das Budget unehrlich. In vielen Städten liegt die günstigste vertretbare Wohnung für normale Einkommen über dieser Linie. Was du stattdessen tust: vorher und schriftlich entscheiden, welche Umschläge die Differenz tragen. Meistens sind das ein kleinerer Umschlag für Essengehen, kein oder ein geteiltes Auto und ein langsameres Sparziel für einen festgelegten Zeitraum. Schreib auf, welche und für wie lange. Eine hohe Wohnquote, die du bewusst gewählt und drumherum finanziert hast, hält man aus. Dieselbe Quote, die du in Monat vier entdeckst, nicht.
Gehören die Nebenkosten in den Miet-Umschlag?
Für den Leistbarkeitstest ja, im Alltag nein. Die Frage, die du beantwortest, lautet: Was kostet es mich, zu wohnen. Eine Wohnung mit niedriger Kaltmiete und hohen Nebenkosten ist nicht günstiger. Für das laufende Budget halte sie getrennt: Die Kaltmiete ist fix, die Nebenkostenvorauszahlung ändert sich nach jeder Abrechnung, und der Strom hat seinen eigenen Rhythmus. Zwei Umschläge, eine Zahl, wenn du den Test rechnest.
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