Start › Wie viel solltest du ausgeben
Was ein Haus im Monat an Nebenkosten kostet
Vergiss den Durchschnitt und bau die Zahl aus deinen eigenen Unterlagen: Stromabschlag, Gasabschlag oder Heizöl- beziehungsweise Pelletlieferung, Wasser und Abwasser, Abfallgebühren, Grundsteuer, Wohngebäudeversicherung, Schornsteinfeger und Heizungswartung. Addiere zwölf Monate, teile durch zwölf und fülle diesen Betrag monatlich. Der eigentliche Unterschied zur Mietwohnung ist nicht die Höhe, sondern der Rhythmus: Ein großer Teil dieser Posten kommt jährlich, halbjährlich oder als eine einzige große Lieferung, und genau deshalb braucht ein Haus eine Rücklage und nicht nur einen Monatsbetrag.
Die Posten, die im Mietverhältnis unsichtbar waren
Als Mieter hast du eine Vorauszahlung überwiesen und einmal im Jahr eine Abrechnung bekommen. Als Eigentümer bekommst du all die einzelnen Rechnungen, die dahinter standen. Auf die Liste gehören der Grundsteuerbescheid, die Wohngebäudeversicherung, die Abfallgebühren der Kommune, Wasser und Abwasser inklusive Niederschlagswasser, der Schornsteinfeger, die jährliche Heizungswartung und je nach Ort Straßenreinigung oder Winterdienst. Dazu kommt der Strom und die Heizenergie. Keiner dieser Posten ist besonders groß, aber sie kommen zu unterschiedlichen Zeiten von unterschiedlichen Absendern, und deshalb addiert sie im Kopf niemand. Genau darum fühlt sich das erste Jahr im eigenen Haus teurer an als geplant, obwohl nichts Ungewöhnliches passiert ist.
Heizöl und Pellets sind gar keine Monatskosten
Wer mit Gas oder Fernwärme heizt, zahlt einen monatlichen Abschlag und bekommt eine Jahresabrechnung. Wer mit Heizöl oder Pellets heizt, kauft dagegen ein- bis zweimal im Jahr eine große Menge auf einmal, zu dem Preis, der an diesem Tag gilt. Das ist die unregelmäßigste Ausgabe, die ein Haushalt regelmäßig hat, und sie passt in kein Monatsbudget. Behandle sie wie eine Rücklage mit Termin: Nimm die letzte Rechnung, teile sie durch die Monate bis zur nächsten Bestellung und fülle diesen Betrag jeden Monat. Dann entscheidest du beim Kauf über den Zeitpunkt und nicht über die Frage, ob das Geld reicht. Preise nennen wir hier keine, sie bewegen sich zu stark.
Warum ein Durchschnittswert hier nichts taugt
Ein veröffentlichter Durchschnitt für ein Haus mischt Baujahre von 1930 bis heute, gedämmte und ungedämmte Hüllen, Wärmepumpe, Gas, Öl und Holz, Kommunen mit sehr unterschiedlichen Gebühren und Grundstücke von einhundert bis eintausend Quadratmetern. Der Wert, der dabei herauskommt, beschreibt kein reales Haus, und für ein Budget ist er wertlos. Die belastbare Vergleichszahl liegt bereits in deinem Ordner: die Rechnungen der letzten zwölf Monate. Beim Kauf eines Hauses gilt dasselbe für das Vorjahr der Verkäuferseite, und die Unterlagen dafür kannst du vor dem Notartermin anfordern. Frag nach Energieverbrauchswerten, dem letzten Schornsteinfegerprotokoll und den Gebührenbescheiden der Kommune.
Plane den Rhythmus, nicht den Durchschnitt
Sortiere alle Posten nach Fälligkeit, nicht nach Höhe. Monatlich sind Strom- und Gasabschlag. Vierteljährlich oder halbjährlich sind oft Grundsteuer und kommunale Gebühren. Jährlich sind Versicherung, Wartung und Schornsteinfeger. Unregelmäßig sind Tanklieferung und Reparaturen. Wenn du diese Liste einmal geschrieben hast, siehst du sofort, in welchen Monaten dein Haushalt strukturell teurer ist, und das sind meistens genau die Monate, in denen ohnehin Weihnachten oder der Urlaub liegt. Diese Überschneidung ist der Grund, warum Hauskosten überraschend wirken. Sie sind nicht unvorhersehbar, sie sind nur schlecht verteilt, und Umschläge sind exakt das Werkzeug, um sie zu verteilen.
Ein Umschlag für den Monat, eine Rücklage für das Jahr
Fülle Strom & Nebenkosten in Höhe der monatlichen Abschläge und leg daneben eine Rücklage Haus an, in die alle Jahresposten wandern: Grundsteuer, Versicherung, Wartung, Schornsteinfeger, Heizöl, Reparaturen. Rechne die Jahressumme, teile durch zwölf und fülle diesen Betrag stur jeden Monat, auch in den Monaten, in denen nichts fällig ist. Genau diese leeren Monate bauen den Vorsprung auf, von dem der teure Monat lebt. In Envelope Budget kannst du für jede Rücklage ein Ziel setzen und siehst den Fortschritt im Widget, ohne dass die App an dein Konto muss. Der sichtbare Stand ist der Grund, warum das Geld dort liegen bleibt.
Häufige Fragen
Sollte ich die Abschläge lieber niedrig halten und die Abrechnung nachzahlen?
Fürs Budget ist das eine Verschiebung, keine Ersparnis. Ein niedriger Abschlag lässt jeden Monat mehr Geld auf dem Konto stehen, und Geld ohne Aufgabe wird ausgegeben. Die Rechnung kommt trotzdem, nur später und in einer Summe. Wenn du den Abschlag bewusst niedrig hältst, dann nur mit der Regel, dass die Differenz sofort in eine Rücklage geht. Andernfalls ist der bequemere Weg, den Abschlag realistisch anzusetzen und die Jahresabrechnung klein zu halten.
Was zählt hier als Nebenkosten und was ist Instandhaltung?
Trenne beides sauber, sonst wird die Zahl unbrauchbar. Nebenkosten sind wiederkehrende Betriebskosten: Energie, Wasser, Gebühren, Versicherung, Wartung. Instandhaltung ist alles, was die Substanz erhält oder ersetzt: Dach, Fenster, Heizung, Fassade, Bad. Nebenkosten planst du aus dem letzten Jahr, Instandhaltung planst du aus dem Alter der Bauteile. Wenn du beides in einen Topf wirfst, sieht ein ruhiges Jahr großzügig aus, und im Jahr der neuen Heizung ist die Rücklage leer. Zwei getrennte Rücklagen sind hier der ganze Trick.
Wie viel Prozent vom Einkommen sollten die Hausnebenkosten sein?
Als grobe Plausibilitätsprüfung kannst du dieselben fünf bis zehn Prozent vom Netto verwenden wie in der Mietwohnung, aber bei einem Haus ist der Prozentsatz weniger aussagekräftig. Ein großes Haus mit alter Heizung erzeugt dieselben Kosten, egal wie hoch dein Einkommen ist. Sinnvoller ist die absolute Rechnung: Jahressumme aus deinen eigenen Rechnungen, geteilt durch zwölf, plus eine Instandhaltungsrücklage. Wenn diese Summe zusammen mit der Kreditrate deutlich über etwa 30 Prozent deines Nettos liegt, ist nicht der Nebenkostenposten zu hoch, sondern das Haus zu groß für das aktuelle Budget.
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