Start › Wie viel solltest du ausgeben
Wie viel Prozent vom Einkommen für welche Kategorie?
Rechne mit dem Netto, nie mit dem Brutto. Übliche Arbeitsbänder sind: Wohnen bis etwa 30 bis 35 Prozent inklusive Nebenkosten, Mobilität etwa 10 bis 15, Lebensmittel etwa 10 bis 15, Strom und Nebenkosten etwa 5 bis 10, Versicherungen etwa 5 bis 10, Raten unter etwa 15, Sparen mindestens 10 bis 20, Rücklagen etwa 5 bis 10, und Freizeit bekommt, was übrig bleibt. Das sind Konventionen und keine Erhebungen, und sie haben eine harte Nebenbedingung: Die Summe muss 100 Prozent ergeben. Eine zu große Kategorie drückt zwangsläufig alle anderen.
Woher diese Prozente kommen und was sie nicht sind
Prozentbänder sind Merkhilfen, die aus Beratungspraxis und aus populären Aufteilungen wie 50/30/20 stammen. Sie sind keine Messung dessen, was deutsche Haushalte tatsächlich ausgeben, und sie sind auch keine Empfehlung einer Behörde. Ihr Wert liegt nicht in der Genauigkeit, sondern darin, dass sie ein Gefühl für Größenordnungen geben: Wenn Wohnen bei dir die Hälfte frisst, weißt du sofort, dass mehrere andere Kategorien unter ihr Band müssen. Nutze sie als Startaufteilung und ersetze jedes Band durch deine eigene Zahl, sobald du sie kennst. Am Ende ist ein Budget, das aufgeht, immer besser als eines, das der Tabelle entspricht.
Die Arbeitstabelle, gerechnet auf dein Netto
Miete und Wohnen inklusive Nebenkostenvorauszahlung: bis etwa 30 bis 35 Prozent. Lebensmittel: etwa 10 bis 15. Mobilität mit Ticket, Sprit, Versicherung und Steuer anteilig: etwa 10 bis 15. Strom und die separat gezahlten Nebenkosten: etwa 5 bis 10. Versicherungen ohne die, die schon vom Brutto abgehen: etwa 5 bis 10. Handy und Internet: etwa 2 bis 4. Kredite und Ratenkäufe: unter etwa 15. Sparen: 10 bis 20. Rücklagen für unregelmäßige Kosten: etwa 5 bis 10. Freizeit, Essengehen, Kleidung und Körperpflege teilen sich den Rest. Bei Familien kommt Kinderbetreuung dazu, und die verschiebt fast immer alles andere.
Die Bedingung, die niemand ausspricht
Die Bänder überlappen sich absichtlich, aber sie haben eine Grenze, die keine Konvention ist, sondern Arithmetik: Zusammen dürfen sie nur 100 Prozent ergeben. Wer für jede Kategorie das obere Ende nimmt, landet weit darüber und wundert sich, dass das Budget nicht aufgeht. Deshalb ist die Aufteilung immer ein Tausch. Wohnst du am oberen Ende, musst du bei Mobilität und Freizeit ans untere. Fährst du zwei Autos, ist entweder das Wohnen klein oder das Sparen. Diese Rechnung ist unangenehm und gleichzeitig die nützlichste des ganzen Themas, weil sie Diskussionen beendet: Es gibt nichts zu diskutieren, es gibt nur zu verteilen.
Wann ein Band legitim überschritten wird
Über dem Band liegt man aus guten Gründen. Wohnen in einer teuren Stadt, wo die günstigste vertretbare Wohnung schon darüber liegt. Mobilität, wenn du auf dem Land wohnst und ohne Auto nicht zur Arbeit kommst. Kinderbetreuung, deren Beitrag von deiner Kommune festgesetzt wird und nicht von dir. Gesundheit in einer Phase mit hohen Zuzahlungen. Wichtig ist nur, dass jede Überschreitung an anderer Stelle bezahlt wird, und zwar von dir entschieden statt vom Monatsende. Schreib auf, welche Kategorie den Ausgleich trägt und wie lange. Ein bewusster Tausch hält, ein unbewusster erzeugt jeden Monat dieselbe Überraschung.
Die Diagnose: lies die Verdrängung, nicht den Prozentsatz
Ein zu großer Posten fällt selten dort auf, wo er entsteht. Er zeigt sich in dem, was verdrängt wird. Sind die Rücklagen dauerhaft leer, ist irgendwo weiter oben zu viel gebunden. Wird jede Reparatur finanziert, fehlt der Notgroschen, weil das Sparen als Restgröße behandelt wird statt als feste Position. Ist das Essengehen groß und der Lebensmittelposten klein, ist der Alltag zu voll zum Kochen und nicht das Budget zu schwach. Lies also nicht die einzelne Prozentzahl, sondern das Muster über mehrere Kategorien hinweg. Die Kategorie, die du am Ende ändern musst, ist fast nie die, über die du dich gerade ärgerst.
In einer Sitzung in Umschläge übersetzen
Nimm dein Netto, rechne die Bänder in Beträge um und leg für jede Kategorie einen Umschlag an. Fülle die festen zuerst, dann Sparen und Rücklagen, und was danach übrig ist, geht in die variablen. Wenn die Summe nicht aufgeht, kürzt du dort, wo du eine Entscheidung hast, und nicht dort, wo eine Lastschrift wartet. In Envelope Budget dauert das eine Sitzung, und die Aufteilung steht danach auf dem Homescreen, statt in einer Tabelle zu verstauben. Rechne die Beträge neu, wenn sich dein Einkommen ändert. Die Prozente bleiben, die Beträge nicht.
Häufige Fragen
Gelten die Prozente vom Brutto oder vom Netto?
Vom Netto. In Deutschland ist der Abstand zwischen Brutto und Netto groß genug, dass eine Bruttorechnung dein ganzes Budget um mehrere Kategorien verschiebt, und Geld, das vor der Auszahlung abgeht, kannst du ohnehin nicht verteilen. Nimm den Auszahlungsbetrag deiner Gehaltsabrechnung. Beiträge zur Krankenversicherung und zur gesetzlichen Rente sind damit bereits abgezogen und tauchen in deiner Kategorie Versicherungen nicht mehr auf. Dort stehen nur Policen, die du selbst zahlst, etwa Haftpflicht, Hausrat und Kfz.
Reicht die 50/30/20-Regel für sich allein?
Als Einstieg ja, als Arbeitsinstrument nein. Sie hat den großen Vorteil, dass man sie sich merken kann, und den großen Nachteil, dass drei Blöcke zu grob sind, um zu erkennen, wo Geld verschwindet. Die Hälfte des Nettos für Notwendiges sagt dir nicht, ob dein Problem die Wohnung oder das Auto ist. Nimm 50/30/20 für die erste Orientierung und arbeite danach mit acht bis zwölf Umschlägen. Das ist die Auflösung, bei der man Entscheidungen treffen kann, ohne sich in Kategorien zu verlieren.
Was, wenn die Prozente bei mir überhaupt nicht aufgehen?
Dann hast du ein Strukturproblem und kein Verhaltensproblem, und das ist eine brauchbare Erkenntnis. Rechne zuerst deine Fixkostenquote. Liegt sie sehr hoch, ist Sparsamkeit im Alltag rechnerisch chancenlos, und die Hebel heißen Wohnkosten, Mobilität, Verträge und Einkommen. Alle vier brauchen Zeit und einen Kalender. Bis dahin gilt eine einfache Notversion: Fixes zuerst, ein möglichst kleiner, aber existierender Freizeitbetrag, und jeder Euro, der übrig bleibt, in den Notgroschen, damit nicht jede Reparatur neue Schulden erzeugt.
Führ dieses Budget auf deinem Handy
Envelope Budget steckt diese Umschläge in deine Hosentasche. Verteile jeden Betrag, trag Ausgaben ein, sobald sie passieren, und sieh, was wirklich übrig ist.
Envelope Budget ladeniPhone · manuelle Eingabe, keine Bankanbindung · 7 Tage kostenlos testen