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Was die Forschung darüber sagt, wie Menschen einen Geldsegen ausgeben

Die Bezeichnung verändert, was mit einem Geldsegen passiert. Epley, Mak und Idson fanden über vier Experimente hinweg, dass identisches Geld stärker ausgegeben wurde, wenn man es als Bonus statt als Rückzahlung beschrieb — unter anderem in der Erinnerung an eine reale staatliche Steuerrückzahlung. Umfrage- und Ausgabendaten zu tatsächlichen Rückzahlungen zeigen zudem eine große Lücke zwischen dem, was Menschen ankündigen, und dem, was in den Daten auftaucht. Genau das ist das Argument dafür, das Geld zuzuordnen, bevor es ankommt.

Die Bezeichnung verändert das Ergebnis

Epley, Mak und Idson zeigten 2006 über vier Experimente hinweg, dass Menschen Geld eher ausgaben, wenn es als Zugewinn gegenüber dem aktuellen Vermögensstand beschrieben wurde, statt als Rückkehr zu einem früheren Zustand. Der Betrag war identisch, nur die Rahmung unterschied sich. Bestätigt wurde das unter anderem in der Erinnerung daran, wie eine reale staatliche Steuerrückzahlung ausgegeben worden war, in Selbstauskünften über einen unerwarteten Geldsegen und in tatsächlichen Ausgaben in einem Laborexperiment. Für den Alltag ist das eine ungewöhnlich handfeste Erkenntnis: Wie du das Geld nennst, bevor es kommt, ist keine Wortklauberei.

Was Menschen ankündigen

Shapiro und Slemrod werteten 2003 Umfragedaten zur US-Steuerrückzahlung des Jahres 2001 aus. Nur 22 Prozent der Haushalte, die die Rückzahlung erhielten, gaben an, sie überwiegend ausgeben zu wollen; die Mehrheit berichtete, sie sparen oder damit Schulden tilgen zu wollen. Die Autoren ordnen das als niedrige Quote ein, gemessen an dem, was frühere Verhaltensmuster erwarten ließen. Das ist die Absichtsseite, und sie klingt beruhigend. Sie ist auch der Grund, warum Selbstauskünfte über künftiges Geld mit Vorsicht zu behandeln sind — die Frage "Was machst du mit dem Geld?" wird fast immer vernünftiger beantwortet als sie sich später auflöst.

Was die Ausgabendaten zeigten

Parker, Souleles, Johnson und McClelland untersuchten 2013 die US-Konjunkturzahlungen von 2008 mit Zusatzfragen in der Konsumerhebung und einer zufällig variierten Auszahlungsreihenfolge. Haushalte gaben im Dreimonatszeitraum des Erhalts 12 bis 30 Prozent der Zahlung für kurzlebige Güter aus und deutlich mehr für langlebige, überwiegend Fahrzeuge, womit die Gesamtreaktion bei 50 bis 90 Prozent der Zahlung lag. Ob per Scheck oder elektronisch ausgezahlt, machte keinen signifikanten Unterschied. Zusammen mit der Umfrage aus 2003 ergibt das ein klares Bild: Was angekündigt wird und was in den Kontobewegungen ankommt, sind zwei verschiedene Dinge. Aufschlussreich ist zudem, dass die Auszahlungsform keinen signifikanten Unterschied machte: Es liegt also nicht daran, wie das Geld ankommt, sondern daran, dass ihm niemand vorher eine Aufgabe gegeben hat.

Der deutsche Geldsegen kommt mit Kalender

Hier liegt der wichtigste Unterschied zur US-amerikanischen Ausgangslage dieser Studien. Ein amerikanischer Bonus ist typischerweise unbestimmt in Höhe und Zeitpunkt. In Deutschland stehen die großen Einmalzahlungen dagegen häufig im Vertrag oder im Tarifvertrag: Weihnachtsgeld, meist im November, und Urlaubsgeld, häufig vor der Sommerzeit, dazu die Steuererstattung nach Abgabe der Erklärung. Ob dir eine solche Zahlung zusteht, in welcher Höhe und wann, steht in deinem Arbeitsvertrag, deiner Abrechnung oder deinem Bescheid — nicht hier, und wie sie besteuert wird ebenso wenig. Der Vorteil ist trotzdem groß: Ein Geldsegen mit bekanntem Termin lässt sich verteilen, bevor er da ist.

Die Änderung im Umschlag

Ordne das Geld zu, bevor es auf dem Konto ist, und schreib die Zuordnung auf. Der Rahmungsbefund legt nahe, es ausdrücklich nicht als Bonus zu behandeln, sondern als Teil des Jahreseinkommens, der zufällig gebündelt ankommt. Praktisch: Leg Umschläge mit Namen an — Nebenkostenabrechnung, Notgroschen, eine anstehende Reparatur, ein Ziel mit Datum — und verteile die erwartete Summe in Prozenten darauf, sobald du den Termin kennst. Kommt weniger als erwartet, skalierst du die Prozente. In Envelope Budget kannst du diese Umschläge vorab anlegen und die Verteilung am Tag des Eingangs in einem Zug eintragen, statt sie über Wochen zerfallen zu lassen.

Quellen

Jede Quelle unten wurde aufgerufen und geprüft. Die Ergebnisse stehen hier so, wie die Quelle sie angibt.

Häufige Fragen

Ist eine Steuererstattung ein Bonus oder mein eigenes Geld zurück?

Ökonomisch ist es Geld, das du bereits verdient hattest und das nun zurückfließt. Genau diese Beschreibung ist auch die nützlichere: In der Studie von 2006 wurde identisches Geld stärker ausgegeben, wenn es als Zugewinn gegenüber dem aktuellen Stand beschrieben wurde, statt als Rückkehr zu einem früheren. Wer die Erstattung als Rückfluss behandelt und nicht als Extra, trifft nachweislich andere Entscheidungen. Warum eine Erstattung entsteht und wie sie zustande kommt, ist eine steuerliche Frage und gehört zu einer Steuerberatung.

Welchen Anteil eines Geldsegens sparen Menschen typischerweise?

Es gibt dafür keine belastbare allgemeine Zahl, und die vorliegenden Studien widersprechen einander scheinbar, weil sie Verschiedenes messen. Die Umfrage von 2003 erfasst Absichten: Nur 22 Prozent wollten überwiegend ausgeben. Die Ausgabendaten von 2013 erfassen Verhalten: 12 bis 30 Prozent für kurzlebige Güter im Dreimonatszeitraum und insgesamt 50 bis 90 Prozent der Zahlung inklusive langlebiger Güter. Die brauchbare Lehre ist nicht eine Quote, sondern die Größe der Lücke zwischen Vorsatz und Verhalten.

Sollte ich eine Erstattung aufteilen oder alles auf eine Sache setzen?

Aufteilen, aber in wenige benannte Teile statt in viele kleine. Der belegte Wirkmechanismus ist die Zuordnung vor dem Eingang, nicht die Anzahl der Töpfe. Drei bis vier Umschläge mit Namen und Zweck — etwa Notgroschen, eine anstehende Reparatur oder Nachzahlung, ein Ziel mit Datum, und ein bewusst gesetzter kleiner Teil für etwas Erfreuliches — halten in der Praxis besser als eine einzige große Zuweisung, die sich beim ersten Zweifel wieder auflöst.

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