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Wie viel sollte ich im Monat für Lebensmittel ausgeben?
Es gibt zwei belastbare Wege zu deiner Zahl, und der erste ist der bessere: Nimm die Kassenbons oder Kontobelege der letzten drei Monate, zieh Drogerie, Haushaltswaren, Tierfutter und Alkohol heraus und teile den Rest durch drei. Das ist dein tatsächlicher Lebensmittelposten. Als grobe Plausibilitätsprüfung landen Lebensmittel oft bei etwa 10 bis 12 Prozent vom Netto, aber das ist eine Planungskonvention und kein Messwert. Wir veröffentlichen hier keine Durchschnittsbeträge pro Person, weil sie deinen Einkauf nicht beschreiben. Fülle den Umschlag wöchentlich, nicht monatlich.
Dein Lebensmittelposten sind in Wahrheit drei Posten
Wer im Supermarkt einkauft, kauft selten nur Lebensmittel. Auf demselben Bon stehen Waschmittel, Shampoo, Klopapier, Katzenfutter, Blumen, Batterien und oft eine Flasche Wein. Solange all das in einer Zahl steckt, kannst du nicht sagen, ob dein Essen teuer ist oder dein Haushalt. Trenn deshalb zuerst: Lebensmittel in den einen Umschlag, Drogerie und Haushalt in einen zweiten, Essengehen und Lieferdienst in einen dritten. Diese Trennung dauert einmal zehn Minuten mit einem alten Bon in der Hand und macht danach jede Zahl lesbar. Fast immer stellt sich heraus, dass der Posten, über den sich alle ärgern, gar nicht der ist, der gewachsen ist.
Anker eins: drei Monate deiner eigenen Bons
Sammle die Bons oder ruf die Buchungen der letzten drei Monate ab und schreib jeden Lebensmitteleinkauf mit Datum und Betrag untereinander. Zieh die Nicht-Lebensmittel ab, addiere und teile durch drei. Diese Zahl ist unbequemer als ein Durchschnitt aus dem Internet und in jeder Hinsicht besser: Sie kennt deine Ernährung, deine Haushaltsgröße, deinen Supermarkt und deine Region. Nimm drei Monate, nicht einen, weil ein einzelner Monat immer eine Vorratsbestellung, ein Fest oder eine Woche Urlaub enthält. Wenn dir die Zahl zu hoch vorkommt, ist das kein Grund, sie zu korrigieren. Es ist der Startwert, von dem aus du entscheidest.
Anker zwei: ein Anteil vom Netto, mit Vorsicht
Wenn du keine Bons hast, kannst du behelfsweise mit etwa 10 bis 12 Prozent vom Netto starten. Das ist eine Planungskonvention, kein gemessener Durchschnitt, und sie hat eine bekannte Schwäche: Der Lebensmittelbedarf hängt an der Zahl und dem Alter der Esser, nicht am Einkommen. Zwei Erwachsene mit zwei Jugendlichen brauchen ungefähr dasselbe, egal ob sie viel oder wenig verdienen. Veröffentlichte Durchschnittswerte für Ernährungsausgaben gibt es übrigens, das Statistische Bundesamt erhebt sie in der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe. Wir zitieren hier keine Beträge daraus, weil eine falsch erinnerte Zahl in deinem Budget schlimmer wäre als gar keine. Der Anker bleibt dein eigener Bon.
Was deine Zahl nach oben oder unten schiebt
Nach oben schieben dich Jugendliche im Haushalt, eine Ernährung mit viel frischem Fisch, Fleisch oder Bio-Ware, kleine Packungsgrößen im Einpersonenhaushalt, häufige kleine Einkäufe statt eines Wocheneinkaufs und ein Supermarkt, der auf dem Heimweg liegt und deshalb täglich betreten wird. Nach unten schieben dich ein Wocheneinkauf mit Liste, ein Discounter als Hauptgeschäft, Kochen aus Vorräten, saisonales Gemüse und die Bereitschaft, Reste als Mittagessen mitzunehmen. Keiner dieser Punkte ist eine moralische Frage. Es sind Hebel mit unterschiedlicher Wirkung, und der wirksamste ist fast immer die Einkaufsfrequenz: Wer dreimal die Woche geht, kauft dreimal ungeplant.
Der Umschlag: wöchentlich füllen, nicht monatlich
Teile deinen Monatsbetrag durch 4,3 und fülle den Lebensmittel-Umschlag wöchentlich. Der Grund ist nicht Buchhaltung, sondern Rückmeldung: Ein Monatsbetrag verzeiht drei Wochen lang alles und bestraft dich in der vierten, ein Wochenbetrag zeigt dir eine teure Woche noch am Samstag. Trag den Einkauf direkt an der Kasse ein, solange du den Bon in der Hand hast. In Envelope Budget siehst du den Rest im Widget auf dem Sperrbildschirm, während du im Laden stehst, und weil die App nichts mit deinem Konto verbindet, gibt es keine Verzögerung zwischen Zahlung und Anzeige. Pfandrückgaben gehören übrigens nicht in diesen Umschlag, dafür gibt es eine schönere Verwendung.
Häufige Fragen
Was ist ein realistisches Lebensmittelbudget für eine Person?
Wir nennen bewusst keine Zahl, weil sie zwischen zwei Einpersonenhaushalten leicht um das Doppelte auseinanderliegt, je nach Ernährung, Region und Einkaufsort. Deine Zahl steht auf deinen letzten drei Monaten Bons, und sie zu ermitteln dauert eine Viertelstunde. Was für Alleinlebende zusätzlich gilt: Packungsgrößen arbeiten gegen dich, und weggeworfene Lebensmittel sind der größte unsichtbare Posten. Kauf kleiner ein, plan zwei Gerichte, die dieselben Zutaten benutzen, und friere Portionen ein. Das senkt die Zahl zuverlässiger als jeder Preisvergleich.
Gehören Drogerieartikel in den Lebensmittel-Umschlag?
Nein, auch wenn sie auf demselben Bon stehen. Waschmittel, Shampoo, Klopapier, Reinigungsmittel und Windeln verhalten sich anders als Essen: Sie werden seltener gekauft, oft in größeren Mengen, und sie schwanken kaum. Wenn sie im Lebensmittel-Umschlag stecken, sieht jede Woche mit Großeinkauf nach einem Ernährungsproblem aus. Leg einen kleinen zweiten Umschlag für Drogerie und Haushalt an und trenn beim Eintragen den Bon auf. Das ist der einzige Mehraufwand dieser Methode, und er zahlt sich ab dem zweiten Monat aus.
Bringen veröffentlichte Durchschnittswerte überhaupt etwas?
Als Einordnung ja, als Budget nein. Ein Durchschnitt mischt Haushalte mit sehr unterschiedlicher Größe, Altersstruktur und Region und beschreibt am Ende keinen realen Einkaufswagen. Er ist nützlich, um zu erkennen, dass dein Posten grob im üblichen Bereich liegt, und nutzlos, um daraus deinen Umschlag abzuleiten. Der Wert, den du wirklich brauchst, liegt bereits in deiner Jackentasche. Nimm die eigenen Bons, und du brauchst die Frage nach dem Durchschnitt nie wieder zu stellen.
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