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StartWie viel solltest du ausgeben

Wie viel sollte ich im Jahr für Urlaub einplanen?

Setz Urlaub nicht als Prozentsatz an. Schreib stattdessen jede Reise auf, die du in den nächsten zwölf Monaten wirklich machen willst, und rechne für jede vier Blöcke: Anreise, Unterkunft, Verpflegung über dem, was du zu Hause ausgeben würdest, sowie Aktivitäten und Fahrten vor Ort. Addiere alles und teile durch die Zahl der Monate bis zur ersten Zahlung, nicht bis zur Abreise, denn Anzahlungen kommen früher. Wenn du noch keine konkrete Reise hast, sind etwa 5 Prozent vom Netto ein Platzhalter, keine Zielvorgabe.

Warum ein Prozentsatz hier das falsche Werkzeug ist

Urlaub ist keine laufende Ausgabe, sondern ein Projekt mit Datum. Ein Prozentsatz vom Einkommen beantwortet die Frage, wie viel du dir grundsätzlich leisten könntest, aber nicht die Frage, die dich betrifft: ob das Geld bis zum Buchungstag da ist. Zwei Haushalte mit demselben Einkommen können völlig unterschiedliche Urlaubsposten haben, weil der eine ein Ferienhaus mit der Familie teilt und der andere fliegt. Bau die Zahl deshalb von unten auf, aus deinen konkreten Reisen. Der Prozentsatz taugt danach nur noch für eine Kontrollfrage: Sieht die Summe im Verhältnis zu meinem Netto plausibel aus, oder finanziere ich den Sommer aus dem Herbst.

Die vier Blöcke pro Reise

Für jede geplante Reise rechnest du vier Positionen. Erstens Anreise: Flug, Bahn, Sprit und Maut, Parken am Flughafen, Transfer. Zweitens Unterkunft samt Kurtaxe und Endreinigung, die gern vergessen werden. Drittens Verpflegung, aber nur der Teil, der über deinen normalen Haushalt hinausgeht, denn zu Hause hättest du auch gegessen. Viertens Aktivitäten, Eintritte, Mietwagen oder Tickets vor Ort, Souvenirs. Dazu kommen je nach Reise Reiseversicherung, Auslandskrankenschutz und Impfungen, deren Kosten du bei deiner Versicherung oder Praxis erfragst. Wer diese Liste einmal schreibt, entdeckt fast immer, dass die Unterkunft nicht der größte Block ist.

Von der Summe zum Monatsbetrag

Addiere alle Reisen des Jahres und schau dann in den Kalender: Wann fließt das erste Geld. Bei einer Pauschalreise wird üblicherweise bei Buchung eine Anzahlung fällig und der Rest einige Wochen vor Abreise, und die genauen Termine stehen in deiner Buchungsbestätigung. Genau das ist deine Deadline, nicht das Abreisedatum. Teile die Jahressumme durch die Monate bis zur ersten Zahlung, und du hast den monatlichen Betrag. Wenn diese Zahl unrealistisch ist, hast du die wichtigste Information des ganzen Vorgangs bekommen, und zwar jetzt und nicht drei Tage vor der Restzahlung. Dann wird die Reise kleiner, später oder näher.

Wenn noch keine Reise feststeht

Manche Haushalte wissen im Januar noch nicht, ob es Sommer an der Ostsee oder Herbst in den Bergen wird. Dann fülle trotzdem, mit einem Platzhalter. Etwa 5 Prozent vom Netto sind ein vertretbarer Startbetrag, ausdrücklich als Obergrenze zur Orientierung und nicht als Ziel, das erreicht werden muss. Der Vorteil ist rein praktisch: Wenn im März das Angebot auftaucht, entscheidest du über die Reise und nicht über die Finanzierung. Sobald die Reise konkret ist, ersetzt du den Platzhalter durch die echte Rechnung aus den vier Blöcken. Ein Platzhalter, der nie zu einer Reise wird, ist übrigens auch kein Verlust, sondern Sparen mit anderem Namen.

Die Rücklage, die du diese Woche anlegst

Leg eine Rücklage Urlaub mit Zielbetrag und Zieldatum an, wobei das Datum der Tag der ersten Zahlung ist. Wenn ihr mehrere Reisen plant, gib jeder eine eigene Position, sonst finanziert der Sommer still den Kurztrip im Frühling. Kommt bei dir Urlaubsgeld, hat es hier seinen naheliegenden Platz, und du solltest es zuweisen, bevor es auf dem Konto ist. In Envelope Budget siehst du Ziel und Fortschritt im Widget, und du kannst das Ziel auf der Vision Board Seite mit einem Bild hinterlegen, was bei einem Sparziel mit Datum tatsächlich hilft. Getragen wird es trotzdem von der monatlichen Einzahlung.

Häufige Fragen

Sollte Urlaub aus dem Sparen kommen oder aus einer eigenen Rücklage?

Aus einer eigenen Rücklage. Sparen ist Geld, das seinen Zweck noch sucht oder einem langfristigen Ziel gehört, Urlaub ist ein Termin mit Rechnung. Wenn beides in einem Topf liegt, sinkt dein Sparstand jeden Sommer, und du kannst nie beurteilen, ob du vorankommst. Zwei getrennte Positionen kosten nichts und beantworten die Frage sofort. Das gilt besonders für den Notgroschen: Der ist für Notfälle da, und ein geplanter Urlaub ist per Definition keiner.

Wie plane ich eine Reise, deren Termin noch offen ist?

Plane die Summe, nicht das Datum. Schätze die vier Blöcke für die Art von Reise, die du machen willst, und leg ein vorläufiges Zieldatum fest, etwa den Monat, in dem du spätestens buchen willst. Damit hast du einen monatlichen Betrag, und der ist der eigentliche Zweck der Übung. Wenn das Datum später konkret wird, korrigierst du die Rechnung in zwei Minuten. Was du vermeiden willst, ist, mit dem Ansparen bis zur Buchung zu warten, denn dann ist die Anzahlung fällig, bevor der erste Betrag zurückgelegt wurde.

Zählt der Besuch bei der Familie als Urlaub?

Wenn er Geld kostet, gehört er in die Planung, aber am besten in eine eigene Position. Familienbesuche haben eine andere Struktur als Urlaub: mehrere kleinere Fahrten übers Jahr statt einer großen Reise, oft ohne Unterkunftskosten, dafür mit Bahntickets, Sprit und Geschenken. Wenn du sie in die Urlaubsrücklage mischst, ist im Sommer weniger da als geplant und niemand weiß warum. Eine Position Familienbesuche in derselben Rücklage reicht völlig und macht beide Zahlen wieder lesbar.

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