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Deutschlandticket oder Auto: welcher Umschlag ist wirklich kleiner?
Diese Seite sagt dir nicht, was billiger ist, weil das von deinen Kilometern, deinem Auto und deinem Arbeitsweg abhängt. Sie gibt dir die Rechnung. Auf der einen Seite steht ein fester Monatsbetrag, den du beim Verkehrsverbund oder als Jobticket bei deinem Arbeitgeber erfragst. Auf der anderen Seite stehen deine gemessenen variablen Autokosten für einen Monat: Sprit, Parken, Maut und ein Zwölftel von Werkstatt und Reifen. Und dann gibt es eine zweite, größere Frage: ob das Auto überhaupt stehen bleibt.
Der Vergleich, den die meisten falsch aufsetzen
Wer Ticket gegen Auto rechnet, vergleicht fast immer den Ticketpreis mit den Spritkosten. Das ist auf beiden Seiten falsch. Auf der Ticketseite fehlt, was der Arbeitgeber eventuell zuschießt, und auf der Autoseite fehlt alles außer dem Sprit. Sauber wird der Vergleich erst, wenn du zwei Fälle trennst. Fall eins: Das Auto bleibt angemeldet stehen und du fährst es nur seltener. Dann vergleichst du den Ticketpreis mit den variablen Kosten, also Sprit, Parken, Maut und Verschleiß, weil Versicherung und Steuer weiterlaufen. Fall zwei: Das Auto wird abgeschafft. Dann vergleichst du den Ticketpreis mit den vollständigen Autokosten inklusive aller Fixposten. Zwei völlig verschiedene Rechnungen.
Die Ticketseite ist die einfachere Zahl
Der Preis eines bundesweiten Monatstickets steht beim Verkehrsverbund oder Anbieter, und viele Arbeitgeber bieten es als Jobticket mit Zuschuss an. Beides sind Zahlen, die du in fünf Minuten hast: einmal auf der Seite deines Verbunds nachschauen, einmal in der Personalabteilung fragen. Wir nennen den Preis hier bewusst nicht, weil er sich ändert und eine veraltete Zahl in einem Budget schlimmer ist als gar keine. Was du außerdem prüfen solltest: Gilt das Ticket für alle Wege, die du wirklich fährst, oder brauchst du zusätzlich Einzelfahrscheine für Fernverkehr. Setz den festen Preis plus diese Ausnahmen als eine Zeile in deinen Mobilitäts-Umschlag.
Die Autoseite musst du messen, nicht schätzen
Nimm einen normalen Monat und protokolliere jede Autoausgabe: jeden Tankvorgang, jedes Parkticket, jede Maut, jede Werkstattzahlung. Dazu addierst du ein Zwölftel deiner jährlichen Werkstatt- und Reifenkosten aus den Rechnungen der letzten beiden Jahre, denn Verschleiß entsteht in jedem gefahrenen Kilometer, auch wenn er später bezahlt wird. Wenn du prüfst, ob du das Auto ganz abschaffen kannst, addierst du außerdem ein Zwölftel von Kfz-Versicherung und Kfz-Steuer und den geschätzten Wertverlust. Nach diesem einen Monat hast du eine Zahl, die dir gehört. Bis dahin schätzt du, und Schätzungen fallen bei diesem Thema regelmäßig zugunsten des Autos aus.
Was der Vergleich nicht beantwortet
Geld ist nur eine von mehreren Größen. Ein Ticket kann günstiger sein und trotzdem nicht funktionieren, wenn deine Schicht vor der ersten Verbindung beginnt, wenn du Kinder an zwei Orte bringst, wenn du Material transportierst oder wenn dein Ort schlecht angebunden ist. Umgekehrt kann ein Auto teurer sein und trotzdem die richtige Wahl, weil es dir Stunden zurückgibt. Was die Rechnung leistet, ist, den Preis dieser Entscheidung sichtbar zu machen, statt ihn als selbstverständlich zu behandeln. Rechne zuerst, entscheide dann. Und wenn beide Zahlen dicht beieinander liegen, ist die Antwort in aller Regel: Nimm die Variante, die dir weniger Aufwand macht.
Umschläge, die den Vergleich sichtbar halten
Leg für den Testmonat zwei Umschläge an: einen für Ticket und einen für alle Autoausgaben, und trage konsequent jede Zahlung ein, während du sie machst. Am Monatsende hast du zwei Zahlen aus derselben Quelle und musst nichts mehr glauben. In Envelope Budget geht das ohne Kontoanbindung, weil du ohnehin von Hand einträgst, und der Rest steht im Widget auf dem Sperrbildschirm. Entscheidest du dich fürs Ticket und behältst das Auto, lass die Rücklage für Versicherung, Steuer und TÜV bestehen, denn diese Kosten laufen weiter. Schaffst du das Auto ab, benenne die frei gewordene Rücklage sofort um, sonst verschwindet der Betrag unbemerkt im Alltag.
Häufige Fragen
Lohnt sich das Ticket, wenn ich nur zur Arbeit pendle?
Das entscheidet deine Rechnung, nicht ein allgemeiner Rat. Was du dafür brauchst, sind drei Zahlen: der aktuelle Ticketpreis, gegebenenfalls mit Arbeitgeberzuschuss, deine gemessenen Spritkosten für den Arbeitsweg und deine Parkkosten am Arbeitsplatz. Fahr eine Woche lang mit und rechne hoch. Wichtig ist, ehrlich zu sein bei den Fahrten, die du zusätzlich machst, weil das Auto ohnehin schon läuft: Einkauf auf dem Rückweg, Kind abholen, Sport. Diese Fahrten sind der Grund, warum eine ehrliche Messung fast immer anders ausfällt als die Schätzung.
Was ist mit einem Jobticket über den Arbeitgeber?
Frag in der Personalabteilung nach, ob es angeboten wird und wie hoch der Eigenanteil ist. Der Eigenanteil ist die Zahl, die in dein Budget gehört, nicht der Listenpreis. Zur steuerlichen Behandlung sagen wir hier nichts, das hängt an der konkreten Ausgestaltung und gehört auf deine Abrechnung beziehungsweise zu deiner Steuerberatung. Fürs Budget zählt nur: Welcher Betrag wird dir monatlich vom Netto abgezogen oder abgebucht, und ersetzt das Ticket Fahrten, die du bisher bezahlt hast.
Ich behalte das Auto trotzdem. War der Vergleich dann sinnlos?
Nein, er hat nur eine andere Antwort. Wenn du beides nutzt, wird dein Mobilitäts-Umschlag größer, aber der variable Teil wird kleiner und vor allem stabiler: weniger Sprit, weniger Parken, weniger Verschleiß, dafür ein fester Monatsbetrag. Für ein Budget ist Stabilität ein eigener Wert, weil planbare Beträge keine Rücklagen benötigen. Prüfe nach drei Monaten, wie viel Auto tatsächlich übrig geblieben ist. Erst diese Zahl beantwortet die größere Frage, ob ein Zweitwagen oder das Auto insgesamt noch gebraucht wird.
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