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Wie viel sollte ich für Freizeit ausgeben?
Setz Freizeit bei etwa 5 bis 10 Prozent vom Netto an und halte sie getrennt von Abos und vom Essengehen, sonst bleibt keiner der drei Posten lesbar. Kürze sie nicht auf null: Ein Budget ohne Freizeit wird nach wenigen Wochen aufgegeben, und die Aufgabe kostet mehr, als die Freizeit gekostet hätte. Für Paare funktioniert eine Kombination am besten: ein gemeinsamer Freizeit-Umschlag plus zwei gleich große persönliche Umschläge, für die sich niemand rechtfertigen muss.
Was in diesen Umschlag gehört
Freizeit meint alles, was du tust, weil du es willst: Kino, Konzerte, Sportverein und Fitnessstudio, Museen, Bücher, Spiele, Hobbybedarf, Ausflüge, Feiern. Nicht hinein gehören laufende Abos wie Streaming, die einen eigenen Umschlag verdienen, weil sie automatisch abgebucht werden und keine Entscheidung mehr darstellen. Ebenfalls nicht hinein gehört das Essengehen, weil es sonst den ganzen Umschlag frisst und du am Monatsende nie weißt, ob du zu oft essen warst oder zu oft im Kino. Ein Sonderfall sind Jahresbeiträge für Vereine: Die kommen einmal im Jahr und gehören deshalb in eine Rücklage, nicht in den Monatsbetrag.
Fünf bis zehn Prozent, und warum nicht null
Das Band ist eine Planungskonvention und kein Messwert, aber es ist an einer Stelle ungewöhnlich gut belegt durch Erfahrung: Budgets ohne Freizeitposten halten nicht. Wer sich alles streicht, hält ein paar Wochen durch, erlebt dann einen normalen Abend mit Freunden, gibt Geld aus, das nirgends eingeplant war, und schließt daraus, dass Budgetieren bei ihm nicht funktioniert. Der Freizeit-Umschlag ist deshalb kein Zugeständnis an mangelnde Disziplin, sondern der Teil, der das Ganze tragfähig macht. Wenn du sparen musst, mach ihn kleiner und behalte ihn. Ein kleiner Betrag mit Erlaubnis schlägt einen großen ohne Plan.
Erlaubnis mit Grenze
Der eigentliche Wert dieses Umschlags ist nicht die Begrenzung, sondern die Erlaubnis. Solange Geld für Freizeit ungeplant ausgegeben wird, begleitet jede Ausgabe ein leises schlechtes Gewissen, und das schlechte Gewissen verhindert nichts, es macht nur den Abend schlechter. Ein gefüllter Umschlag dreht das um: Das Geld hat bereits die Aufgabe, für genau das ausgegeben zu werden. Was übrig bleibt, ist eine simple Frage nach dem Rest, und die lässt sich in zwei Sekunden beantworten. Genau dafür ist ein Widget auf dem Sperrbildschirm gebaut. Du entscheidest an der Kasse, nicht am Monatsende beim Blick auf den Kontoauszug.
Die Variante für Paare
Streit ums Geld entsteht selten an großen Posten und fast immer an kleinen, die einer für selbstverständlich hält und der andere für Verschwendung. Die stabilste Lösung sind drei Umschläge: einer gemeinsam für alles, was ihr zusammen macht, und zwei persönliche in gleicher Höhe, aus denen jeder ohne Absprache und ohne Begründung ausgeben darf. Gleich hoch ist wichtig, unabhängig davon, wer wie viel verdient, weil sonst der ganze Sinn verloren geht. Wie groß die persönlichen Umschläge sind, hängt vom Budget ab. Dass es sie gibt, ist die Entscheidung, die den meisten Paaren am schnellsten Ruhe bringt.
Der Umschlag, den du diese Woche änderst
Leg drei Dinge an: den Freizeit-Umschlag mit einem Betrag, den du wirklich einhalten willst, eine Rücklage für Jahresbeiträge von Vereinen und Kursen, und bei Paaren zwei persönliche Umschläge. Fülle den Freizeitbetrag wöchentlich, weil Freizeit sich am Wochenende ballt. In Envelope Budget kannst du den Umschlägen eigene Namen und Farben geben und siehst den Rest im Widget, ohne die App zu öffnen. Der einzige Fehler, den du hier machen kannst, ist, den Betrag zu niedrig anzusetzen, weil er tugendhaft aussieht. Setz ihn ehrlich an und kürze ihn später, wenn du siehst, dass er zu groß war.
Häufige Fragen
Gehören Streamingdienste in den Freizeit-Umschlag?
Besser nicht. Abos werden automatisch abgebucht und sind damit keine Entscheidung mehr, sondern eine Fixkostenzeile. Wenn sie im Freizeit-Umschlag stecken, schrumpft dein tatsächlicher Spielraum jeden Monat still um ihren Betrag, und du wunderst dich, warum ein Kinobesuch nicht mehr passt. Leg einen eigenen Abo-Umschlag an und notiere die Verlängerungstermine darin. Dann siehst du beim Jahrestermin auf einen Blick, was sich angesammelt hat, und der Freizeit-Umschlag zeigt wieder das, was er zeigen soll.
Wie viel persönliches Geld sollte jeder Partner bekommen?
Gleich viel, und so viel, wie das Budget erlaubt, nachdem Wohnen, Rücklagen und das Sparziel gefüllt sind. Die Höhe ist weniger wichtig als die Gleichheit und die Bedingungslosigkeit: Aus diesem Umschlag darf jeder ausgeben, was er will, ohne Rechtfertigung. Wenn ein Partner deutlich mehr verdient, ändert das an dieser Regel nichts, denn der Umschlag ist kein Lohn, sondern ein Konfliktvermeider. Fangt klein an und erhöht nach zwei Monaten, wenn es funktioniert.
Ich habe Schulden. Sollte Freizeit dann null sein?
Nein, klein statt null. Eine Rückzahlung ist ein Projekt über Monate oder Jahre, und Projekte ohne jede Erholung brechen ab. Der praktikable Weg ist ein deutlich kleinerer Freizeit-Umschlag, der aber existiert und tatsächlich gefüllt wird, damit ein normaler Abend nicht sofort zur Ausnahme wird, die auf der Kreditkarte landet. Nimm den Betrag, den du dir sicher leisten kannst, halte ihn ein und schieb alles darüber in die Tilgung. Das ist langsamer auf dem Papier und schneller in der Wirklichkeit.
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Envelope Budget steckt diese Umschläge in deine Hosentasche. Verteile jeden Betrag, trag Ausgaben ein, sobald sie passieren, und sieh, was wirklich übrig ist.
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