Start › Wie viel solltest du ausgeben
Wie viel sollte ich monatlich für ein Haustier einplanen?
Teile die Kosten in zwei Zeilen. Die laufende Zeile sind Futter, Streu, Zubehör und Verbrauch, und die kannst du exakt aus deinen letzten drei Monaten ablesen. Die unregelmäßige Zeile sind Tierarzt, Impfungen, Wurmkur, Zahnbehandlung, Kastration, Betreuung im Urlaub und, beim Hund, die jährliche Hundesteuer deiner Kommune sowie gegebenenfalls eine Haftpflichtversicherung. Diese zweite Zeile braucht eine eigene Rücklage, die monatlich gefüllt und selten angefasst wird. Wer nur die laufende Zeile budgetiert, erlebt Tierarztkosten als Überfall, obwohl sie in der Summe planbar sind.
Warum die Monatszahl nicht die echte Zahl ist
Die meisten Menschen können ihre laufenden Tierkosten gut schätzen, weil Futter und Streu regelmäßig gekauft werden. Genau deshalb wirken Haustiere günstiger als sie sind. Der größere Teil der Jahreskosten passiert an wenigen Tagen: die jährliche Untersuchung mit Impfung, eine Zahnbehandlung, die Kastration, eine Verletzung, die Betreuung während des Urlaubs und beim Hund der jährliche Steuerbescheid der Kommune. Keine dieser Ausgaben ist wirklich überraschend, aber alle sind unregelmäßig, und Unregelmäßigkeit ist genau das, wofür Rücklagen existieren. Wer diese Trennung einmal macht, redet nie wieder über unvorhergesehene Tierarztkosten, sondern nur noch über den Stand der Rücklage.
Deine laufende Zeile exakt bestimmen
Nimm die letzten drei Monate und such alle Käufe für das Tier heraus: Trockenfutter, Nassfutter, Leckerlis, Streu, Kaustangen, Spielzeug, Kot- oder Streubeutel, Pflegemittel. Addiere und teile durch drei. Bei Katzen und Hunden ist dies eine erstaunlich stabile Zahl, sofern du keine Futtersorte wechselst. Zwei Hinweise dazu: Sackware und Vorratskäufe verzerren einen einzelnen Monat erheblich, deshalb rechnest du über drei. Und Tierfutter gehört nicht in den Lebensmittel-Umschlag, auch wenn es auf demselben Bon steht, sonst sieht dein Wocheneinkauf regelmäßig aus wie eine Entgleisung. Ein eigener kleiner Umschlag ist übersichtlicher, kostet nichts und macht beide Zahlen wieder lesbar.
Die Rücklage für alles, was in Jahren denkt
In diese Rücklage gehören die jährliche Untersuchung mit Impfung, Wurm- und Parasitenschutz, eine Position für Zahnbehandlung, die Betreuung im Urlaub oder in der Tierpension, gegebenenfalls Hundeschule, beim Hund die kommunale Hundesteuer und, falls vorhanden, der Beitrag für eine Tierhalterhaftpflicht. Die Beträge nimmst du aus deinen eigenen Unterlagen: dem letzten Steuerbescheid deiner Gemeinde, den Rechnungen deiner Tierarztpraxis und der Preisliste der Pension. Wir nennen hier keine Beträge, weil tierärztliche Leistungen nach einer bundeseinheitlichen Gebührenordnung abgerechnet werden, deren Anwendung im Einzelfall stark schwankt. Rechne die Jahressumme aus deinen Belegen, teile sie durch zwölf und fülle den Betrag monatlich.
Was deine Zahl nach oben oder unten schiebt
Nach oben schieben dich große Hunde, weil Futtermenge und Medikamentendosis mit dem Gewicht steigen, alte Tiere mit Dauermedikation, Rassen mit bekannten gesundheitlichen Themen, Spezialfutter nach Diagnose und häufige Reisen, weil dann jemand das Tier betreuen muss. Nach unten schieben dich ein junges, gesundes Tier, Futterkauf in größeren Gebinden, Fellpflege zu Hause und ein Umfeld, in dem sich Nachbarn oder Familie beim Betreuen abwechseln. Was praktisch nie funktioniert, ist, an der Vorsorge zu sparen: Aufgeschobene Untersuchungen und unbehandelte Zahnprobleme sind der klassische Weg, aus einer kleinen Rechnung eine große zu machen, und zwar meist im ungünstigsten Monat.
Die zwei Umschläge, die du heute anlegst
Erstens ein Umschlag Haustier für die laufende Zeile, gefüllt mit deinem Dreimonatsdurchschnitt. Zweitens eine Rücklage Tierarzt & Jahreskosten, gefüllt mit einem Zwölftel deiner Jahressumme und mit einem Zielbetrag, auf den sie nach jeder Behandlung wieder aufgefüllt wird. In Envelope Budget kannst du der Rücklage ein Ziel setzen und siehst den Stand im Widget, ohne die App zu öffnen und ohne dass sie an dein Konto muss. Der Nutzen zeigt sich erst beim ersten unerwarteten Termin: Die Frage lautet dann, ob die Rücklage reicht, und nicht, welche andere Rechnung diesen Monat noch warten muss.
Häufige Fragen
Lohnt sich eine Tierkrankenversicherung?
Ob du eine abschließt, ist eine Entscheidung, die wir hier nicht für dich treffen, und wir vergleichen keine Tarife. Fürs Budget lässt sich nur die Struktur beschreiben: Eine Versicherung tauscht eine unregelmäßige große Zahl gegen einen festen Monatsbeitrag plus die im Vertrag vereinbarte Selbstbeteiligung. Wenn du dich dafür entscheidest, wandert der Beitrag in den laufenden Umschlag, und die Rücklage bleibt trotzdem bestehen, nur kleiner, weil Selbstbeteiligung, nicht versicherte Leistungen und Vorsorge weiterhin von dir kommen.
Wie hoch sollte die Rücklage für den Notfall sein?
Es gibt keine allgemeingültige Zahl, die wir seriös nennen könnten, aber es gibt einen guten Weg dorthin. Frag deine Tierarztpraxis, was eine typische Notfallbehandlung oder eine Operation bei deiner Tierart und Größe ungefähr kostet, und nimm diesen Betrag als Ziel für die Rücklage. Praxen beantworten das routinemäßig. Bau das Ziel in Schritten auf, beginnend mit dem, was du monatlich sicher entbehren kannst. Eine halb gefüllte Rücklage ist der ganze Unterschied zwischen einer Entscheidung über eine Behandlung und einer Entscheidung über eine Finanzierung.
Kosten zwei Tiere doppelt so viel?
Beim Futter ungefähr ja, beim Rest nein. Verbrauchsmaterial und Futter skalieren fast linear, während Anschaffungen wie Transportbox, Bett oder Kratzbaum geteilt werden. Tierarztkosten steigen dagegen mit jedem Tier voll mit, denn jedes braucht eigene Impfungen und eigene Behandlungen, und die Wahrscheinlichkeit, dass in einem Jahr irgendetwas ansteht, verdoppelt sich. Plane die laufende Zeile also knapp doppelt und die Rücklage tatsächlich doppelt. Bei Hunden gilt außerdem, dass die kommunale Steuer für ein zweites Tier anders ausfallen kann, was in deinem Steuerbescheid steht.
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