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Essen bestellen: lies eine Rechnung einmal komplett
Das Essen ist nur die Basis einer Bestellung. Darüber liegen ein oft höherer Menüpreis in der App als in der Speisekarte, eine Servicegebühr, eine Liefergebühr, manchmal ein Zuschlag unter dem Mindestbestellwert und das Trinkgeld für die Fahrerin oder den Fahrer. Vergleich eine echte Bestellung Zeile für Zeile mit der Karte des Restaurants, stell um, was möglich ist, auf Selbstabholung, und führ Lieferungen in einem eigenen, wöchentlich gefüllten Umschlag.
Lies eine Rechnung einmal von oben bis unten
Nimm deine letzte Bestellung und stell sie neben die Speisekarte des Restaurants — die, die im Laden hängt oder auf der eigenen Website steht. Häufig ist schon der Gerichtepreis in der App höher, weil die Vermittlungsgebühr eingepreist wird. Darunter kommen Servicegebühr, Liefergebühr, gegebenenfalls ein Zuschlag, wenn du unter dem Mindestbestellwert liegst, und dann das Trinkgeld, das prozentual auf die bereits erhöhte Summe berechnet vorgeschlagen wird. Diese eine Gegenüberstellung erklärt mehr als jede Sparliste, weil sie zeigt, dass du nicht Essen zu teuer kaufst, sondern eine Dienstleistung mit mehreren Schichten. Mach diese Gegenüberstellung einmal für dein Stammlokal, dann kennst du den Aufschlag und musst ihn nie wieder ausrechnen.
Die Änderungen mit echtem Geld dahinter
Erstens: Selbstabholung, wo sie geht. Sie entfernt die Liefergebühr und häufig auch einen Teil des Aufschlags, und bei einem Restaurant im Viertel kostet sie zehn Minuten. Zweitens: direkt beim Restaurant bestellen, wenn es eine eigene Bestellmöglichkeit oder ein Telefon hat — viele Betriebe bevorzugen das ohnehin, weil ihnen mehr davon bleibt. Drittens: seltener, aber ohne Sparzwang beim Essen selbst. Vier gute Bestellungen im Monat sind eine Ausgabe, zwölf beiläufige sind eine Gewohnheit. Und viertens: gemeinsam bestellen, weil die festen Gebühren pro Bestellung anfallen und sich auf mehrere Personen verteilen. Fünftens, und das ist der unspektakulärste Punkt: eine Bestellung am Abend vorher entscheiden statt um halb acht mit leerem Magen.
Ob sich ein Liefer-Abo rechnet
Die Abos der Plattformen erlassen typischerweise Liefergebühren ab einem Mindestwert. Das rechnet sich genau dann, wenn du oft genug bestellst — und die Rechnung dafür kannst du selbst machen: Zahl der Bestellungen im Monat mal die Gebühr, die entfällt, gegen den Abo-Preis. Der Haken ist bekannt und real: Wer ein Abo hat, bestellt tendenziell öfter, weil sich jede einzelne Bestellung günstiger anfühlt. Prüf es deshalb nicht an deiner Absicht, sondern an deinen letzten drei Monaten. Und setz dir eine Erinnerung zum Vertragsende, damit die Entscheidung aktiv bleibt und nicht als stille Verlängerung weiterläuft.
Was wenig ändert
Gutscheincodes und Rabattaktionen für Neukunden verschieben eine Bestellung, statt sie zu verhindern, und viele Aktionen sind an Mindestbestellwerte gekoppelt, die dazu führen, dass du mehr bestellst als geplant. Der Wechsel zwischen zwei Plattformen bringt kleine Unterschiede und viel Vergleichsaufwand. Und das Reduzieren des Trinkgeldes ist die schlechteste Stelle zum Sparen, weil sie den Teil trifft, der bei der Person ankommt, die gefahren ist. Wenn du sparen willst, spar an der Zahl der Bestellungen und an der Liefergebühr, nicht am Trinkgeld — dieselbe Ersparnis, ohne dass sie jemand anders zahlt. Auch das Zusammenstellen einer günstigeren Bestellung beim selben Anbieter ändert wenig, weil die festen Gebühren pro Bestellung anfallen und nicht pro Gericht.
Der Umschlag: Lieferung getrennt und wöchentlich
Führ Lieferungen als eigenen, kleinen Umschlag, getrennt von Lebensmitteln und Essengehen. Das ist die eigentliche Maßnahme: Solange die Bestellungen im Lebensmittelbudget verschwinden, siehst du den Gebührenstapel nie. Füll wöchentlich, weil Bestellungen wöchentlich passieren, und setz den Startwert aus deinen letzten Monaten. In Envelope Budget trägst du jede Bestellung von Hand ein — der kleine Reibungsmoment beim Eintragen ist hier ein Feature, weil er genau in dem Moment stattfindet, in dem die Entscheidung sonst unbemerkt bliebe. Ein leerer Umschlag bedeutet dann Kochen oder eine bewusste Umbuchung, nicht ein schlechtes Gewissen. Nach zwei Monaten hast du außerdem eine Zahl, mit der du entscheiden kannst, ob sich ein Abo für dich rechnet oder nicht.
Häufige Fragen
Ist Selbstabholung über die App günstiger als direkt beim Restaurant?
Meistens ist direkt beim Restaurant am günstigsten, weil dort weder Vermittlungsgebühr noch der erhöhte Menüpreis anfällt. Selbstabholung über die App ist der Mittelweg: Die Liefergebühr entfällt, der Aufschlag im Menüpreis oft nicht. Der einfachste Test dauert zwei Minuten — dieselbe Bestellung einmal in der App und einmal auf der Website oder Karte des Restaurants zusammenstellen und die Endbeträge vergleichen. Dieses Ergebnis gilt dann für dein Stammlokal und musst du nicht jedes Mal wiederholen.
Wann lohnt sich ein Liefer-Abo?
Wenn deine tatsächliche Bestellhäufigkeit der letzten drei Monate mal der entfallenden Gebühr größer ist als der Abo-Preis. Rechne mit der Vergangenheit, nicht mit dem Vorsatz, seltener zu bestellen, und auch nicht mit dem Vorsatz, öfter zu bestellen, weil es sich lohnen soll. Wenn du das Abo abschließt, setz dir sofort eine Erinnerung zum Vertragsende, sonst läuft es weiter, wenn deine Bestellgewohnheit sich ändert — genau das ist der Punkt, an dem solche Abos für die Plattform profitabel werden.
Was ist ein realistisches Budget für Lieferungen?
Statt einer Zahl von außen: Nimm die Bestellungen deiner letzten zwei Monate, addiere sie und entscheide, ob dieser Betrag das war, was du dafür ausgeben wolltest. Wenn nicht, setz eine Zahl pro Woche fest, die eine oder zwei Bestellungen zulässt, und füll den Umschlag entsprechend. Ein Budget von null funktioniert bei den meisten drei Wochen und kippt dann komplett. Eine kleine, feste Zahl hält deutlich länger und liefert dir außerdem echte Daten für den nächsten Monat.
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