Erste eigene Wohnung: dreizehn Umschläge für alles, was jetzt dein Name trägt
In der ersten eigenen Wohnung überrascht nicht die Miete, sondern die Anzahl der Rechnungen, die es plötzlich gibt. Diese Vorlage listet sie alle: Kaltmiete und Nebenkosten-Vorauszahlung getrennt, Strom auf eigenen Namen, Rundfunkbeitrag pro Haushalt, Haftpflicht und Hausrat, eine Erstausstattung mit Enddatum und eine Rücklage für die Nebenkostenabrechnung, die erst in einem Jahr kommt.
Die Aufteilung
| Umschlag | % |
|---|---|
|
🏠 Kaltmiete
Der Betrag aus dem Mietvertrag, ohne Nebenkosten. Bewusst getrennt geführt. |
30% |
|
🛒 Lebensmittel
Für eine Person einzukaufen ist pro Kopf teurer als in einem größeren Haushalt. |
13% |
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🛡️ Notgroschen
Ziel: ein Monatsbedarf. Der einzige Schutz gegen den Dispo in diesem Lebensabschnitt. |
12% |
|
🚌 Mobilität
Ticket, Rad, Sprit. Nach dem Umzug einmal neu rechnen — der Weg hat sich geändert. |
8% |
|
🔥 Nebenkosten-Vorauszahlung
Vorauszahlung, nicht Preis. Was am Ende wirklich anfällt, steht erst in der Abrechnung. |
7% |
|
🛋️ Einrichtung & Erstausstattung
Mit Liste und Enddatum. Danach wandern diese Punkte in den Notgroschen. |
6% |
|
🎟️ Freizeit & Essengehen
Bewusst eingeplant, sonst frisst es geräuschlos das Lebensmittelbudget. |
6% |
|
📱 Internet & Handy
Achte auf Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist, nicht nur auf den Monatspreis. |
5% |
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💡 Strom
Eigener Vertrag auf deinen Namen. Läuft als monatlicher Abschlag mit Jahresabrechnung. |
4% |
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📬 Rücklage Nebenkostenabrechnung
Für eine mögliche Nachzahlung im nächsten Jahr. Im ersten Jahr geschätzt, danach berechnet. |
3% |
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🧴 Haushalt & Drogerie
Putzmittel, Waschmittel, Hygiene. Im ersten Monat ungewöhnlich teuer, danach klein. |
3% |
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🧾 Haftpflicht & Hausrat
Was du abschließt, entscheidest du. Wir empfehlen hier keine Policen. |
2% |
|
📻 Rundfunkbeitrag
Pro Wohnung, nicht pro Person, meist quartalsweise. Betrag steht auf dem Beitragsbescheid. |
1% |
Nicht die Miete überrascht, sondern die Anzahl der Rechnungen
Wer zum ersten Mal allein wohnt, hat die Miete meistens gut kalkuliert und wird trotzdem im zweiten oder dritten Monat knapp. Der Grund ist nicht die Höhe eines Postens, sondern ihre Zahl. Plötzlich gibt es einen Stromvertrag auf deinen Namen, einen Internetvertrag mit Anschlussgebühr, einen Rundfunkbeitrag pro Wohnung, eine Nebenkosten-Vorauszahlung, vielleicht eine Haftpflicht, eine Hausratversicherung, Müllgebühren je nach Kommune, und all das kommt in unterschiedlichen Rhythmen: monatlich, quartalsweise, jährlich. Der erste Schritt ist deshalb, jede einzelne Rechnung mit Termin und Betrag auf eine Liste zu schreiben. Danach ist der Rest Arithmetik.
Kalt, warm und der Unterschied, den viele erst nach einem Jahr verstehen
Im Mietvertrag stehen zwei Zahlen: die Kaltmiete und eine Vorauszahlung für die Betriebs- oder Nebenkosten. Zusammen ergeben sie die Warmmiete, und die ist die Zahl, mit der du planst. Wichtig ist der Charakter des zweiten Teils: Er ist eine Vorauszahlung, kein Preis. Am Ende des Abrechnungszeitraums bekommst du eine Abrechnung, die entweder eine Nachzahlung fordert oder ein Guthaben ausweist. In der ersten eigenen Wohnung trifft das Menschen besonders hart, weil niemand mit einer zusätzlichen Rechnung gerechnet hat. Deshalb steht in dieser Vorlage ein eigener kleiner Umschlag dafür, den du im ersten Jahr schätzt und im zweiten aus deiner tatsächlichen Abrechnung berechnest.
Die Erstausstattung braucht eine Liste und ein Enddatum
Einrichtung ist der einzige Umschlag hier, der irgendwann auf null gehen soll, und das aufzuschreiben verhindert, dass er drei Jahre lang mitläuft. Schreib auf, was die Wohnung wirklich braucht, trenne das vom Wünschenswerten und setz ein Datum, an dem die Liste erledigt ist. Zweite Hand ist in Deutschland für fast alles auf dieser Liste der normale Weg — Kleinanzeigen, Sozialkaufhäuser, Verschenkegruppen, und in vielen Städten die Sperrmüllbörse der Stadtreinigung. Wenn die Liste abgearbeitet ist, wandern die sechs Prozent direkt in den Notgroschen, statt sich still in Freizeit zu verwandeln. Der Übergang gehört ins Budget geschrieben, sonst passiert er nicht.
Verträge haben Laufzeiten, und die kosten mehr als der Preis
Bei Internet, Handy, Fitnessstudio und Streaming schaut man auf den Monatspreis und übersieht die zwei Zahlen, die im ersten eigenen Haushalt teurer werden: die Mindestlaufzeit und die Kündigungsfrist. Beides entscheidet, was passiert, wenn du in einem Jahr umziehst, das Studium wechselst oder das Geld knapper wird. Notier dir für jeden Vertrag, den du abschließt, das Ende der Laufzeit und die Frist in deinem Kalender, mit einer Erinnerung einen Monat davor. Das ist keine Sparmaßnahme im engeren Sinn, aber es ist der Unterschied zwischen einem Vertrag, den du beendest, wenn du willst, und einem, der sich verlängert, weil niemand hingeschaut hat.
Was du in der ersten Woche machst
Drei Dinge. Erstens: Schreib jede Rechnung mit Termin und Betrag auf eine Liste — Miete, Nebenkosten, Strom, Internet, Handy, Rundfunkbeitrag, Versicherungen. Zweitens: Leg die Rücklage für die Nebenkostenabrechnung an, auch wenn du ihre Höhe noch nicht kennst; du korrigierst sie, sobald die erste Abrechnung da ist. Drittens: Trag ab heute jede Ausgabe ein. Envelope Budget braucht dafür keine Bankanbindung, du tippst alles selbst ein, und der Restbetrag steht auf dem Sperrbildschirm. Nach vier Wochen weißt du zum ersten Mal, was dein Leben tatsächlich kostet — und das ist die Zahl, die den ganzen Rest möglich macht.
Häufige Fragen
Welche Rechnungen kommen in der ersten eigenen Wohnung auf mich zu?
Die Grundliste: Kaltmiete und Nebenkosten-Vorauszahlung laut Mietvertrag, Strom als eigener Vertrag mit monatlichem Abschlag und Jahresabrechnung, Internet, Handy, der Rundfunkbeitrag pro Wohnung, und die Versicherungen, die du abschließt. Dazu kommen je nach Wohnung und Kommune weitere Posten, die entweder über die Nebenkosten laufen oder separat kommen. Frag beim Einzug ausdrücklich nach, was in der Nebenkosten-Vorauszahlung enthalten ist — genau diese Antwort unterscheidet zwei Wohnungen mit derselben Kaltmiete.
Wie viel Geld brauche ich, um überhaupt einzuziehen?
Der Einzug hat einen eigenen Kostenblock, der nichts mit dem monatlichen Budget zu tun hat: die Kaution laut Mietvertrag, die erste Warmmiete, der Umzug selbst, die Ummeldung, die Anmeldung von Strom und Internet, und die Erstausstattung. Wie hoch die Kaution sein darf, steht in deinem Mietvertrag und ist eine mietrechtliche Frage, keine Budgetfrage. Für den Umzug hol zwei schriftliche Angebote ein, wenn du ein Unternehmen beauftragst, und plane die Erstausstattung als eigene Liste statt als Gefühl.
Wie viel sollte ich für Möbel ausgeben?
So viel, wie deine Liste ergibt, und in dieser Reihenfolge: erst was du zum Schlafen, Kochen und Sitzen brauchst, dann alles andere über Monate verteilt. Der teuerste Fehler ist, die Wohnung im ersten Monat komplett einzurichten, weil sie leer aussieht — genau dann sind Notgroschen und Puffer noch bei null. Zweite Hand deckt in Deutschland fast alles ab, was auf so einer Liste steht, und das freigewordene Geld ist im Notgroschen deutlich mehr wert als in einem Regal.
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Envelope Budget steckt diese Umschläge in deine Hosentasche. Verteile jeden Betrag, trag Ausgaben ein, sobald sie passieren, und sieh, was wirklich übrig ist.
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