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Mahngebühren und Rücklastschriften vermeiden
Mahnkosten und Rücklastschriftgebühren sind fast immer ein Kalenderproblem, kein Geldproblem. Die vier Schritte, die es lösen: eine einzige Liste aller wiederkehrenden Zahlungen mit Betrag und Termin, Einzugstermine hinter den Gehaltseingang legen, feste Beträge per SEPA-Lastschrift laufen lassen und wechselnde Beträge bewusst selbst überweisen, und jede Rechnung sofort in einen Umschlag einplanen. Wer bereits eine Mahnung bekommen hat, klärt sie schriftlich und früh — je später, desto teurer wird die Kette.
Warum Mahngebühren entstehen
Die typische Mahnung hat eine von drei Ursachen, und keine davon heißt fehlendes Geld. Erstens: Eine Rechnung kam per E-Mail und ist untergegangen. Zweitens: Eine Lastschrift wurde zurückgegeben, weil das Konto in dem Moment nicht gedeckt war — dann zahlst du die Gebühr deiner Bank und meist zusätzlich die des Gläubigers. Drittens: Ein Vertrag wurde umgestellt oder ein Betrag geändert, und die alte Dauerüberweisung passt nicht mehr. In allen drei Fällen ist der Auslöser fehlende Übersicht. Deshalb ist die wirksamste Maßnahme kein Sparen, sondern eine Liste. Dazu kommt eine vierte, seltenere Ursache: eine Rechnung, die du bewusst zurückgestellt hast und dann nicht wieder aufgerufen hast, weil sie in keinem System stand.
Eine Liste, alle Termine, ein Blick
Setz dich einmal hin und schreib jede wiederkehrende Zahlung auf: Miete, Nebenkosten, Strom, Mobilfunk, Internet, Versicherungen, Beiträge, Abos, Kredite. Neben jede Zeile den Betrag, den Termin und die Art der Zahlung — Lastschrift, Dauerauftrag oder manuelle Überweisung. Sortiere die Liste nach Tag im Monat, nicht nach Anbieter. Jetzt siehst du zwei Dinge sofort: an welchen Tagen es eng wird, und welche Zahlungen vor deinem Geldeingang liegen. Diese Liste ist der Kern der ganzen Sache, und sie ist in einer halben Stunde fertig. Aktualisiere sie einmal im Jahr, wenn Verträge sich ändern.
Lastschrift für Festbeträge, Überweisung für Wechselbeträge
Die SEPA-Lastschrift ist bequem und verhindert Vergessen, deshalb ist sie für alles richtig, was gleich hoch bleibt: Miete, Versicherungsbeitrag, Beitrag zum Verein, Streamingdienst. Bei Beträgen, die schwanken oder die du prüfen willst, ist eine bewusste Überweisung sinnvoller, weil du dann die Rechnung wirklich ansiehst. Ein Dauerauftrag ist wiederum das richtige Werkzeug für Zahlungen an dich selbst — etwa den monatlichen Betrag in eine Rücklage. Wichtig bei allen dreien: Der Termin sollte nach dem Geldeingang liegen. Frag beim Anbieter nach einer Verschiebung; das ist Routine und kostet nichts. Prüf außerdem einmal im Jahr, ob noch jede erteilte Einzugsermächtigung zu einem Vertrag gehört, den du tatsächlich hast.
Wenn schon gemahnt wurde: früh reagieren
Eine Mahnung ist unangenehm, aber der teure Teil kommt erst, wenn nichts passiert. Reagier schriftlich und zeitnah, auch wenn du nicht sofort zahlen kannst — viele Gläubiger vereinbaren eine Ratenzahlung oder verschieben den Termin, wenn man sich meldet, und tun das nicht mehr, wenn der Vorgang abgegeben wurde. Prüf die Forderung, bevor du zahlst: Gehört sie dir, stimmt der Zeitraum, stimmt der Betrag? Wenn dir mehrere Forderungen gleichzeitig über den Kopf wachsen, ist die Schuldnerberatung der richtige Anlaufpunkt; sie ist als Beratungsangebot vorhanden, und der frühe Termin ist immer besser als der späte.
Der Umschlag: Geld ist vor dem Termin da
Der eigentliche Schutz besteht darin, dass jede Rechnung schon zugeteilt ist, bevor sie fällig wird. Praktisch heißt das: Fixkosten bekommen im Budget eigene Umschläge, die am Tag des Geldeingangs gefüllt werden, nicht am Fälligkeitstag. Jährliche und vierteljährliche Zahlungen bekommen eine Rücklage, in die monatlich ein Zwölftel beziehungsweise ein Drittel fließt. In Envelope Budget trägst du das von Hand ein — ohne Bankanbindung — und siehst am Umschlagstand, ob die nächste Fälligkeit gedeckt ist. Danach ist eine Mahnung höchstens noch ein Fehler des Anbieters, aber nicht mehr deiner. Der Aufwand dafür liegt fast vollständig am Anfang: Einmal die Liste bauen, danach sind es ein paar Minuten pro Monat.
Häufige Fragen
Kann ich Mahngebühren erlassen bekommen?
Fragen kostet nichts, und gerade bei einem erstmaligen Versehen reagieren viele Anbieter kulant, wenn du dich von dir aus meldest und sofort zahlst. Formulier es sachlich: was passiert ist, dass der Betrag beglichen ist oder wann er beglichen wird, und die Bitte um Erlass der Kosten. Schriftlich ist besser als telefonisch, weil du eine Spur hast. Ob und in welcher Höhe Kosten berechnet werden dürfen, ist eine rechtliche Frage, die wir hier nicht beantworten — bei Zweifeln an der Forderung ist eine Beratungsstelle die richtige Adresse.
Soll ich alle Rechnungen per Lastschrift zahlen lassen?
Alle Beträge, die konstant sind, ja — das schaltet die Vergesslichkeit als Fehlerquelle aus. Bei wechselnden Beträgen ist eine bewusste Zahlung oft besser, weil du die Rechnung dann tatsächlich prüfst, statt eine falsche Abbuchung erst Monate später zu bemerken. Entscheidend ist ohnehin nicht die Zahlungsart, sondern die Reihenfolge: Erst muss das Geld im Umschlag zugeteilt sein, dann darf der Termin kommen. Eine Lastschrift auf ein leeres Konto ist teurer als eine vergessene Überweisung.
Was passiert, wenn eine Lastschrift zurückgeht?
In der Regel entstehen dabei Kosten auf zwei Seiten: bei deiner Bank für die Rücklastschrift und beim Gläubiger für den Mehraufwand. Dazu kommt, dass manche Anbieter danach auf Vorkasse umstellen. Es ist deshalb der teuerste Weg, kurzfristig Liquidität zu gewinnen, und praktisch immer schlechter, als vorher anzurufen und einen späteren Termin zu vereinbaren. Wenn es passiert ist: Melde dich selbst beim Gläubiger, zahl zeitnah nach und leg für den betroffenen Posten ab dem nächsten Monat eine eigene Rücklage an.
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