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Konfirmation, Kommunion, Jugendweihe: als Gastgeber und als Gast

Konfirmation, Erstkommunion und Jugendweihe treffen dich in einer von zwei Rollen, und beide kosten. Als Gastgeber sind es Location oder Zuhause, Essen für eine feste Gästezahl, Kleidung und die Anreise von Verwandten. Als Gast ist es fast immer ein Geldgeschenk plus Anreise und oft ein zweiter Termin im selben Frühjahr. Wir sagen dir nicht, wie hoch ein Geschenk sein sollte — diese Zahl entscheidest du. Wir sagen dir, wie du sie vorher festlegst und ganzjährig ansparst.

Zwei Rollen, zwei völlig verschiedene Rechnungen

Diese Feiern sind in Deutschland ein Frühjahrsphänomen mit hoher Dichte: In einer Familie mit vielen Neffen, Nichten und Patenkindern liegen mehrere Termine in wenigen Wochen. Als Gastgeber entsteht ein einmaliger, gut planbarer Block aus Feier, Kleidung und Fotos. Als Gast entsteht eine Serie kleinerer Beträge, die in Summe größer sein kann als eine eigene Feier. Der Fehler ist in beiden Rollen derselbe: Man plant den einen Termin, den man selbst ausrichtet, und behandelt die Einladungen als spontane Ereignisse. Sie sind aber Jahre vorher absehbar — Kinder in der Familie werden zuverlässig älter.

Als Gastgeber: erst die Gästezahl, dann alles andere

Der Betrag hängt an einer einzigen Entscheidung, und das ist die Gästeliste. Essen, Raum, Getränke, Kuchen und selbst der Aufwand der Vorbereitung folgen ihr fast linear. Entscheide deshalb zuerst über die Zahl und das Format — Kaffeetafel zu Hause, Mittagessen im Lokal, Buffet in einem gemieteten Raum — und erst danach über Details. Ein zweiter, oft unterschätzter Posten ist Kleidung: ein Anzug oder ein Kleid für ein Kind, das gerade in einer Wachstumsphase ist, wird selten ein zweites Mal getragen. Leih, teil in der Familie oder kauf gebraucht — das ist bei einem einzigen Anlass keine Sparmaßnahme, sondern gesunder Menschenverstand.

Als Gast: die Zahl gehört dir, nicht dem Anlass

In Deutschland ist bei diesen Anlässen ein Geldgeschenk üblich, und genau deshalb entsteht Druck: Es gibt keine Preisschilder, aber es gibt Vergleiche. Wir nennen hier bewusst keinen Betrag und keine Spanne. Was wir empfehlen, ist eine Reihenfolge: Leg deine eigene Zahl fest, bevor du zusagst, und leg sie nach Beziehungsnähe gestaffelt fest — Patenkind, eigenes Kind im Freundeskreis, Kind entfernter Verwandter. Diese Staffelung schreibst du einmal auf und benutzt sie jedes Jahr. Danach entscheidet nicht mehr die Stimmung des Moments, sondern eine Regel, die du in Ruhe getroffen hast. Wenn du wenig geben kannst, ist ein persönliches Geschenk ein vollwertiger Ersatz.

Die versteckten Posten auf beiden Seiten

Auf der Gastseite sind es Anreise, gegebenenfalls eine Übernachtung, Kleidung für den Anlass und manchmal ein gemeinsames Gruppengeschenk, das erst kurz vorher organisiert wird. Auf der Gastgeberseite sind es Dekoration, Fotos, Blumen, Trinkgeld, und der Umstand, dass mehr Menschen anreisen als eingeplant. Beide Listen sind einzeln unspektakulär und in Summe der Unterschied zwischen Plan und Realität. Schreib sie deshalb einmal auf und leg für jeden Punkt eine Obergrenze fest. Es geht nicht darum, weniger zu feiern, sondern darum, dass die Zahl aus deinem Kopf kommt und nicht aus dem Ablauf des Tages.

Der Umschlag: Feiern und Geschenke, ganzjährig gefüllt

Führ eine Rücklage mit dem Namen Feiern und Geschenke und füll sie jeden Monat, auch im November, wenn keine Einladung im Kalender steht. Startwert: Was hast du im letzten Jahr für Familienfeiern, Geldgeschenke und dazugehörige Anreisen ausgegeben? Diese Summe durch zwölf. Steht eine eigene Feier an, bekommt sie eine zusätzliche, eigene Zeile mit Zieldatum. In Envelope Budget trägst du jedes Geschenk von Hand ein und siehst, wie viel für den nächsten Termin noch da ist — was besonders in einem Frühjahr hilft, in dem drei Einladungen gleichzeitig auf dem Tisch liegen.

Häufige Fragen

Wie viel Geld schenkt man zur Konfirmation oder Kommunion?

Diese Zahl nennen wir bewusst nicht, und zwar aus einem Grund: Jeder veröffentlichte Betrag wirkt sofort als Norm und erzeugt Druck bei Menschen, deren Situation ganz anders ist. Die belastbare Methode ist, es umzudrehen. Leg fest, was du im Jahr insgesamt für solche Anlässe ausgeben kannst, teile das auf die absehbaren Termine auf und staffle nach Beziehungsnähe. Dann bestimmt dein Budget den Betrag, statt dass der Anlass dein Budget bestimmt. Wenn Geld knapp ist, ist ein durchdachtes persönliches Geschenk kein Ersatz zweiter Klasse.

Wie halte ich die Feier klein, ohne jemanden zu kränken?

Indem du das Format ansagst, nicht die Kürzung. Eine Einladung zum Kaffeetrinken am Nachmittag ist eine klare, freundliche Aussage; eine Einladung zum Essen, bei dem dann doch nur Kuchen kommt, ist unangenehm für alle. Entscheide zuerst über die Gästezahl, dann über das Format, und kommuniziere beides früh und ohne Erklärung. Wenn Verwandte anbieten, etwas beizusteuern, nimm es an und sag konkret, was hilft. Der teuerste Teil einer Feier ist fast immer die Unentschlossenheit in den letzten zwei Wochen.

Wann fange ich mit dem Ansparen an?

Für eine eigene Feier: sobald der Termin absehbar ist, also in der Regel ein Jahr vorher, weil diese Anlässe an ein Alter und einen Jahrgang gekoppelt sind und nicht plötzlich auftauchen. Für Einladungen: dauerhaft, über eine kleine monatliche Rücklage für Feiern und Geschenke. Diese Rücklage ist der eigentliche Trick, weil sie auch Hochzeiten, runde Geburtstage und Geburten abfängt. Sie darf nie leer laufen, deshalb füllst du sie auch in Monaten, in denen nichts ansteht.

Führ dieses Budget auf deinem Handy

Envelope Budget steckt diese Umschläge in deine Hosentasche. Verteile jeden Betrag, trag Ausgaben ein, sobald sie passieren, und sieh, was wirklich übrig ist.

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