Wie viel du sparen musst, bevor du ausziehst
Addiere sieben Zeilen zu einem Ziel: Kaution, erste Miete samt Nebenkostenvorauszahlung, ein Genossenschaftsanteil falls die Wohnung einer Genossenschaft gehört, der Umzug selbst, eine Mindestliste an Möbeln und gegebenenfalls eine Küche, die Anmeldungen von Strom über Internet bis Ummeldung, und ein Monat Grundkosten als Puffer. Ergeben die sieben Zeilen 5.000 Euro, sind das rund 833 Euro im Monat über sechs Monate, rund 556 Euro über neun oder rund 417 Euro über zwölf. Der Puffer ist die Zeile, die alle streichen.
Die sieben Zeilen
Schreib sieben Zeilen auf und setz deine eigenen Zahlen daneben. Erstens die Kaution, deren Höhe im Mietvertrag steht. Zweitens die erste Miete, also Kaltmiete plus Nebenkostenvorauszahlung, fällig zum Einzug. Drittens ein Genossenschaftsanteil, falls du bei einer Wohnungsgenossenschaft mietest — dieser Betrag kann erheblich sein und wird beim Auszug zurückgezahlt, muss aber am Anfang da sein. Viertens der Umzug: Transporter oder Umzugsunternehmen, Kartons, Helfer, Sprit. Fünftens Möbel und häufig eine Küche, denn viele Wohnungen werden ohne vermietet. Sechstens die Anmeldungen: Strom, Internet, Rundfunkbeitrag, Ummeldung beim Bürgeramt, gegebenenfalls eine Bonitätsauskunft für die Bewerbung. Siebtens ein Monat Grundkosten als Puffer.
Ein Ziel, ein Zeitraum
Addiere die sieben Zeilen zu einer einzigen Zahl und teil sie durch die Monate bis zum Umzug. Angenommen, deine Liste ergibt 5.000 Euro. Über sechs Monate sind das rund 833 Euro im Monat, über neun Monate rund 556 Euro, über zwölf Monate rund 417 Euro. Ist der Sechs-Monats-Betrag nicht zahlbar, verschiebt sich der Umzugstermin. Das ist kein Scheitern, sondern die Arithmetik, die dir etwas Wahres sagt, und es ist erheblich billiger, das jetzt zu erfahren als im zweiten Monat eines Mietvertrags, den du nicht tragen kannst. Nimm für jede Zeile eine echte Zahl, keine Schätzung aus dem Gefühl.
Der Puffer ist die Zeile, auf die es ankommt
Wer zum ersten Mal auszieht, finanziert Kaution und erste Miete, bekommt die Schlüssel und stellt fest, dass der zweite Monat ohne jede Reserve beginnt: Der Kühlschrank ist leer, die erste Stromabschlagszahlung kommt, irgendetwas fehlt in jedem Raum. Das ist der Monat, in dem der Dispo anfängt, und der Saldo daraus überlebt oft die Möbel. Ein Monat Grundkosten — Miete, Strom, Lebensmittel, Mobilität — am Einzugstag zur Seite gelegt, verhindert genau das. Wenn du etwas aus der Liste streichen musst, um den Zeitraum zu halten, streich Möbel. Auf einem Klappstuhl kann man drei Monate sitzen. Eine geliehene Miete kann man nicht zurücknehmen.
Woher das Geld kommt
Der Umzugstermin ist bei diesem Ziel oft der flexibelste Hebel, also nutz ihn zuerst. Danach gelten dieselben drei Quellen wie immer: kürzen, mehr verdienen, oder zeitlich lenken. Kürzen funktioniert am besten als dauerhafter Schnitt bei den zwei größten variablen Posten, nicht als dramatischer Verzichtsmonat. Mehr verdienen heißt zusätzliche Schichten, ein Nebenjob, der Verkauf von Dingen, die du ohnehin nicht mitnimmst. Zeitlich lenken heißt: Jede unregelmäßige Einnahme — Steuererstattung, Geldgeschenke, Urlaubsgeld, Rückzahlungen — geht vollständig in den Umschlag. Und rechne nicht mit der Rückzahlung einer alten Kaution: Sie kommt spät, wenn sie kommt, und selten in voller Höhe.
Was dieses Ziel scheitern lässt
Die Nebenkosten werden unterschätzt, weil man sie noch nie selbst bezahlt hat und deshalb aus dem Gefühl schätzt statt jemanden mit vergleichbarer Wohnung zu fragen. Die Möbel werden nach einem Bild eingerichtet statt nach einer Liste, wodurch sich die Zeile verdoppelt. Der Mietvertrag wird für eine Wohnung unterschrieben, deren laufende Kosten das Einkommen übersteigen — und das repariert kein Sparziel, weil die Kaution ein einmaliges und die Miete ein monatliches Problem ist. Und der Puffer wird gestrichen, was dieselbe Niederlage nur in einem anderen Monat bedeutet. Prüf die monatliche Tragfähigkeit, bevor du die Einzugskosten prüfst.
Der Umschlag-Aufbau
Ein Ziel-Umschlag namens Auszug mit den sieben Zeilen als Zielbetrag und dem Umzugsdatum. Halte die sieben Zeilen sichtbar, weil das Ziel sonst still auf Kaution plus erste Miete zusammenschrumpft — genau das passiert bei unbeschrifteten Zahlen. In der Woche der Unterschrift wandelst du um: Der Puffer wird zu deinen laufenden Umschlägen für Miete und Strom, der Rest für Möbel wird ein Haushalts-Umschlag, das Ziel wird geschlossen. Envelope Budget führt zu jedem Ziel Zielbetrag und Prozentstand, sodass du jederzeit siehst, welchen Teil des Umzugs du finanziert hast und welcher noch Theorie ist.
Häufige Fragen
Wie viel Geld sollte ich haben, bevor ich ausziehe?
Genug für sieben Dinge: Kaution, erste Miete samt Nebenkostenvorauszahlung, gegebenenfalls Genossenschaftsanteil, Umzug, eine Mindestausstattung an Möbeln und eventuell eine Küche, die Anmeldungen, und ein Monat Grundkosten als Puffer. Eine allgemeingültige Summe gibt es nicht, weil Kaution und Miete den größten Teil ausmachen und beide vollständig von deinem Ort und deiner Wohnung abhängen. Bau die Liste mit deinen eigenen Zahlen und behandle die Summe als Ziel. Die Pufferzeile ist nicht optional.
Brauche ich Kaution und erste Miete wirklich gleichzeitig?
In der Regel ja, beides ist rund um den Einzug fällig, und dazu kommt häufig noch der Genossenschaftsanteil oder eine Provision. Wie hoch deine Kaution ist und wie sie zu zahlen ist, steht in deinem Mietvertrag — ob und in welcher Form eine Zahlung in Teilbeträgen möglich ist, klärst du mit dem Vermieter, nicht mit einer Budgetseite. Plan sicherheitshalber damit, dass alles in derselben Woche zusammenkommt, denn das ist der realistische Fall.
Woran erkenne ich, dass ich mir die Miete leisten kann, nicht nur den Umzug?
Rechne das ganze monatliche Bild, bevor du unterschreibst: Kaltmiete, Nebenkostenvorauszahlung, Strom, Internet, Rundfunkbeitrag, Haftpflicht- und Hausratbeiträge, Lebensmittel, Mobilität, Handy, Mindestraten und etwas für Unvorhergesehenes. Zieh das von deinem Netto ab. Ist das Ergebnis nicht deutlich positiv, ist die Wohnung unabhängig davon zu teuer, wie viel du für den Umzug gespart hast. Und rechne mit einer möglichen Nachzahlung aus der jährlichen Nebenkostenabrechnung — dafür gehört von Anfang an eine kleine Rücklage in den Plan.
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