Wie teilt man Kosten in einer WG fair auf?
Gib den gemeinsamen Kosten einen eigenen Umschlag, in den alle am selben Tag im Monat einzahlen, und teile dort nach tatsächlicher Nutzung, wo sie offensichtlich verschieden ist — Miete nach Zimmergröße, Nebenkosten nach Vereinbarung, Essen nur dann gemeinsam, wenn wirklich alle gleich essen. Klärt Aufteilung, Zahltag, WG-Kasse und den Umgang mit der Jahresabrechnung, bevor jemand einzieht.
Ein gemeinsamer Topf, ein Zahltag
Zähl die wiederkehrenden gemeinsamen Kosten zusammen — Miete, Nebenkosten, Strom, Internet, Verbrauchsmaterial — und mach aus dem Anteil jeder Person eine einzige Zahl, die an einem festen Tag fließt. Eine Zahlung, ein Datum, ein Ziel. Das schlägt die übliche Anordnung, in der jede Person andere Rechnungen zahlt und insgeheim alle glauben, sie zahlten mehr, weil es nichts zu vergleichen gibt und keine Abrechnung am Monatsende.
Miete nach Zimmer, nicht nach Köpfen
Gleiche Miete für ungleiche Zimmer ist die häufigste Quelle stillen Grolls in einer WG. Zwei ehrliche Varianten: nach Quadratmetern des Zimmers aufteilen oder einen festen Aufschlag für das größere Zimmer beziehungsweise das mit eigenem Bad vereinbaren. Beides ist vertretbar. Entscheidend ist, dass es feststeht, bevor jemand einzieht und solange alle noch nein sagen können — nicht drei Monate später von der Person im kleinsten Zimmer.
Die WG-Kasse ist ein eigener Umschlag
Putzmittel, Klopapier, Spülmittel, Müllbeutel, Kaffee: Diese Käufe erledigt immer irgendwer, und genau daran zerbricht die Buchhaltung. Eine WG-Kasse mit einem festen Monatsbeitrag pro Person löst das, weil niemand mehr auslegt und niemand mehr abrechnet. Was hineingehört und was nicht, entscheidet ihr einmal und schreibt es auf. Was zurückkommt — Pfand, Erstattungen — geht in die Kasse zurück, nicht in die Tasche der Person, die eingekauft hat.
Die Nebenkostenabrechnung ist die größte Falle
Die Abrechnung kommt einmal im Jahr und läuft in der Regel auf einen Namen — meist die Person im Mietvertrag. Wenn dann eine Nachzahlung fällig wird, ist längst jemand ausgezogen, und die Frage, wer für welche Monate zahlt, kommt zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Der einzige Umgang, der funktioniert: eine gemeinsame Rücklage, in die alle monatlich einzahlen, und eine vorher aufgeschriebene Regel, was beim Auszug passiert. Wer rechtlich wofür haftet, klärt euer Vertrag und im Zweifel eine Rechtsberatung, nicht diese Seite.
Lebensmittel sind der übliche Knall
Gemeinsam einkaufen funktioniert nur, wenn alle ungefähr gleich und ungefähr gleich viel essen. Sobald eine Person vegetarisch lebt, eine jeden Tag zu Hause isst und eine von Lieferdiensten, ist die gleichmäßige Teilung ein langsam brennender Konflikt. Die Lösung, bei der die meisten landen: eine kleine gemeinsame Grundausstattung — Öl, Gewürze, Kaffee, Putzmittel — in der WG-Kasse, und jede Person kauft ihr Essen selbst. Weniger elegant, überlebt aber.
Schreibt die Regel für verspätete Zahlungen vorher auf
Irgendwer zahlt zu spät. Klärt vorher, was dann passiert: wer die Lücke deckt, ob es eine Frist gibt, und wann die deckende Person ihr Geld zurückbekommt. Eine Regel, die in Ruhe vereinbart wurde, lässt sich durchsetzen; eine Regel, die am Tag der Mietfälligkeit erfunden wird, ist ein Streit. Wenn jemand wiederholt zu spät ist, macht die Regel wenigstens ein erkennbares Muster daraus statt eines privaten Grolls.
Dein Anteil ist bei dir ein eigener Umschlag
In deinem eigenen Budget ist dein Anteil an den gemeinsamen Kosten eine gefüllte Position, getrennt von deinem persönlichen Geld. Das leistet zwei Dinge: Das Geld ist am Zahltag da, statt mit deinen Lebensmitteln zu konkurrieren, und eine Person, die zu spät zahlt, wird als sichtbarer Fehlbetrag in einem benannten Umschlag erkennbar, statt still dein Problem zu werden. In Envelope Budget ist das ein Umschlag, den du am Gehaltstag füllst und am vereinbarten Tag leerst.
Häufige Fragen
Sollen Strom und Nebenkosten gleichmäßig geteilt werden?
Gleichmäßig ist in Ordnung, solange die Nutzung ähnlich ist. Wenn sie das erkennbar nicht ist — eine Person arbeitet den ganzen Tag zu Hause, eine heizt durchgehend — vereinbart vorher einen Ausgleich, statt über jede Abrechnung zu diskutieren. Dass die Regel vorher steht, zählt mehr als dass sie präzise ist.
Was, wenn ständig die Partnerin oder der Partner von jemandem da ist?
Das ist eine Nutzungsfrage, und sie lässt sich vor dem Einzug viel leichter beantworten. Vereinbart eine Schwelle — ab wie vielen Nächten pro Woche zählt jemand als weitere Person, und was ändert sich dann. Hinterher gestellt klingt dieselbe Frage nach persönlicher Beschwerde, egal wie freundlich sie formuliert ist.
Brauchen wir ein gemeinsames Konto?
Nein. Der Topf kann auf dem Konto einer Person liegen, oder jede zahlt ihren Anteil direkt an den Empfänger. Ein gemeinsames Konto macht die Spur sauberer und bedeutet gleichzeitig, dass alle abheben können. Entscheidet nach Aufwand und Vertrauen, nicht nach Prinzip.
Wer zahlt die Nachzahlung, wenn jemand schon ausgezogen ist?
Das regelt euer Mietvertrag und eure eigene Vereinbarung — dazu geben wir keine rechtliche Auskunft. Budgetseitig gilt: Wer eine gemeinsame Rücklage geführt und den Abrechnungszeitraum notiert hat, führt darüber ein Gespräch mit Zahlen. Wer nicht, führt es ohne.
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